Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1017777
und 
 Jahrh. 
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gewisse ausgedehnte und mächtige Ursachen, von denen die ganze 
Bewegung abhängt. In kurzen Perioden lassen sich diese Ursachen 
in ihrer Thatigkeit nicht erkennen, eine Thätigkeit, Welche in langen 
Perioden deutlich hervorsticht und souverain ist. Sie giebt dem 
Nationalcharakter seine Färbung, sie regiert den grossen Schwung 
und den Hauptdurchschnitt der Angelegenheiten. In Schottland 
machten allgemeine Ursachen, wie ich schon gezeigt habe, das- 
Volk zum Freunde der Geistlichkeit, und die Geistlichkeit zur 
Freundin der Freiheit. So lange diese beiden Thatsachen neben 
einander bestanden, war das Schicksal der Nation gesichert. Sie 
konnte beschädigt, beschimpft, mit Füssen getreten werden; ihr 
konnte auf verschiedene Weise Leid zugefügt werden; aber je 
grössei" das Leid, desto sicherer war das Mittel, denn desto höher 
musste der Geist des Volks aufgeregt werden. Alles was nöthig 
war, bestand in etwas mehr Zeit und etwas mehr Herausforderung. 
Wir, die wir in der Ferne stehen und diese Dinge von einer Höhe 
herab betrachten können, und die wir gewahr werden, wie die 
Begebenheiten sich drängten und sich verdichteten, können uns 
über die Regelmässigkeit ihres Erfolges nicht tauschen. Trotz der 
scheinbaren Verwirrung war Alles ordnungsgemass und methodisch. 
Uns ist das innerste Gewebe offenbart. Da ist der Webstuhl, und es 
ist von Einer Färbung und von derselben Arbeit. Das Muster ist 
deutlich gezeichnet und zum Glück wurde es in ein Gewebe gewirkt, 
dessen mächtige Faden weder durch die Arglist noch durch die 
Gewaltthat intriguanter Menschen zerrissen werden konnten. 
Es half daher nichts, dass die Tyrannei ihr Aeusserstes that. 
Es half nichts, dass-der Thron von einem despotischen und ge- 
wissenlosen König besetzt war, dem ein zweiter folgte, der nur 
noch despotischer und gewissenloser als er selbst war. Es half 
nichts, dass eine Hand voll naseweiser und aufdringlicher Bischöfe 
sich ihre Weihe von London holten und auf die Autorität der 
Englischen Kirche gestützt, mit einander zu Rathe gingen und sich 
gegen die Freiheit ihres Vaterlandes verschworen. Sie spielten die 
Rolle von Spähern und Verräthern, aber sie spielten sie vergebens. 
Und doch gab ihnen die Regierung Alles, was sie ihnen nur geben 
konnte. Sie hatten das Gesetz auf ihrerSeite und siehatten das 
Recht, die Justiz auszuüben. Sie waren Gesetzgeber, Räthe der 
Krone und Richter. Sie besassen Reichthum, hochtönende Titel 
und allen Pomp und alle Attribute, wofür sie ihre Unabhängigkeit 
verhandelt hatten und womit sie die Augen des gemeinen Volks
        

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