Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1017660
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Schottland 
Zustand von 
suchte die Generalversammlungen zu verderben durch Ueber- 
schwemmung mit Predigern aus dem Norden von Schottland, wo 
der alte Klans- und Aristokraten-Geist noch die Überhand hatte 
und der demokratische Geist, wie er sich im Süden fand, unbe- 
kannt war. Bisher hatten diese nordischen Prediger den grossen 
Kirehenversammlungen selten beigewohnt; aber 1597 schickte Jacob 
Sir Patrick Murray als eignen Abgesandten an sie ab und liess sie 
dringend einladen zu erscheinen, um für ihn zu stimmen. 9) Sie 
waren eine sehr unwissende Gesellschaft, wussten wenig oder 
nichts über die Fragen, um die es sich handelte; ausserdem waren 
sie an einen Zustand der Gesellschaft gewöhnt, in dem die Men- 
schen trotz ihrer Ungesetzlichkeit ihren unmittelbaren Vorgesetzten 
den servilsten Gehorsam zollten; so liess sich leicht auf sie wirken 
und sie waren leicht zu bewegen Alles zuthun, was ihnen ge- 
heissen wurde. Mit ihrer Hülfe verstärkten die Krone und der 
Adel ihre Partei in der Generalversammlung in einem solchen 
Grade, dass sie in manchen Fällen (die Mehrheit erlangten; und 
allmählig wurden Neuerungen eingeführt, die darauf berechnet 
waren, den demokratischen Charakter der Schottischen Kirche zu 
zerstören. 1") 
Irn Jahre 1597 begann die Bewegung. Von da an bis 1600 
genehmigten verschiedene Kirehenversammlungen hintereinander 
allerlei Veränderungen, welche alle von der aristokratischen Rich- 
tung gefärbt waren, die nun Alles mit sich fortzureissen schien. 
1600 trat die Generalversammlung zu Montrose zusammen, und die 
Regierung beschloss eine letzte Anstrengung zu machen, die Kirche 
zur Errichtung einer Episcopalverfassung zu zwingen. Andreas 
Melville, bei weitem der einflussreichste Mann in der Kirche und 
Führer der demokratischen Partei  war wie gewöhnlich zum Mit- 
gliede der Versammlung erwählt worden; aber der König schlug 
sich eigenmächtig ins Mittel und wollte ihm nicht erlauben seinen 
9) M'Urie's Lzfe of Melvilla, II, 100. Scot (Apologetißal Narration of the Stafc 
of the Kirk, p. 88) sagt: „Sir Patrick Murray, the diligent apostle of the North, made 
their acquaintance with the King." Auch The Autobiayraplzy und Diary of James 
Mebville, p. 403. 
w) Tytleris Hisiary of Sootland, VII, 350, 359. Aber bei weitem die beste 
Nachricht über den Einiiuss dieser nordischen Geistlichen findet sich in JIFCrieCs- Lffe 
qf Melville (H, 100-105, 109, 131, 152), welche öfter aus handschriftlichen Quellen 
genommen ist. Vergl. Calderwooafs Hiatory of tlze Kirk, V, 695.
        

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