Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1017600
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Schottland 
Zuständ von 
gebracht, den wir uns jetzt kaum vorstellen können. Später werde 
ich Einiges anführen, um zu zeigen, welche Wirkung dies auf den 
Nationalcharakter her-verbrachte und was für ernstliches Unheil es 
erzeugte. Unterdessen müssen wir dem Schottischen Clerus die 
Gerechtigkeit widerfahren lassen, dass der Zustand ihres Vater- 
landes die beste Erklärung ihres Betragens abgiebt. Ihre ganze 
Umgebung War niedrig und roh; die Sitten der Menschen im täg- 
lichen Leben waren gewaltsam, viehisch und ohne alle Rücksicht 
auf den gewöhnlichen Anstand; und in natürlicher Folge davon 
war der Maassstab menschlicher Handlungen so tief gesunken, 
dass rechtschalfene und wohlmeinende Leute sich nicht scheuten 
Handlungen zu begehen, die uns in unserm vorgerückten Zustande 
der Gesellschaft unglaublich erscheinen. Seien wir also in dieser 
Sache nicht zu strenge, verurtheilen wir nicht, vorschnell die 
leitenden Charaktere in der grossen Entscheidung, welche Schott- 
land in der letzten Hälfte des 16. Jahrhunderts durchmachte. 
Vieles thaten sie was unsern stärksten Widerwillen erregt. Aber 
eins haben sie ausgeführt, um dessentwillen wir ihr Andenken 
ehren und sie als Wohlthater des Menschengeschlechts rühmen 
sollten. In einem sehr gefährlichen Augenblick hielten sie den 
Geist der Volksfreiheit lebendig. 186) Was der Adel und die Krone 
in Gefahr gebracht hatten, das rettete die Geistlichkeit. Unter 
ihrer Obhut wurde der erlöschende Funke zur hellen Flamme an- 
gefacht. Als das Licht trübe wurde und auf dem Altar zum Er- 
löschen zitterte, da richteten ihre Hände die Lampe zu und 
nahrtcn die heilige Flamme. Dies ist ihr wahrer Ruhm und 
darauf mögen sie mit Recht ausruhen. Sie waren die Hüter der 
Schottischen Freiheit und behaupteten ihren Posten. Wo die 
49") „At the period of which we speak" (about the year 1584) „1:he pulpit was, 
in fact, the only orgau by which public opinion was, or eould be, expressed; und the 
ecclesiastical courts were the only assemblies in the nation which possessed any thing 
that was entitled to the name of liberty or independence. Parliament had its business 
prepared to its hand, and laid before it in the shape of acts which required only- its 
assent. Discussion und freedoru of speech were unkuown in its meetings. The courts 
01' justice were dependent 011 the will of the sovereign, und frequently had their pro- 
ceedings regulated, and their decisions dictated, by letters or messages from the throne. 
lt Was the preachers who Erst taught the people to express an opiuion ou the conduct 
of their rulers; and the assemblies of the Church Set the earliest example of a regular 
und iirm opposition to the arbitrary and unconstitutional measures of the Uourt." 
M'Crz'e's Lqfe vf Melvillc, I, 302.
        

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