Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1017263
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Zustand von 
Schottland 
Im Frühling 1545 bildeten die bedeutendsten protestantischen Lords 
eine Verschwörung zur Ermordung des Erzbischofs Beatonßß) 
den sie vor Allen hassten, theils Weil er an der Spitze der Kirche 
stand, theils weil er der talentvollste und rücksiehtslosesteihrer 
Gegner war. Es verging jedoch ein Jahr, ehe sie ihren Vorsatz 
ausführen konnten; und erst im Mai 1546 brach Lesley, ein junger 
Baron, mit dem Laird von Grange und einigen anderen in St. An- 
drews ein und ermordeten den Primas in seinem eignen Sehlosse-m) 
Das Entsetzen, vvoinit die Kirche diese grauenvolle und bar- 
barisehe Thatg") vernahm, lässt sich leicht (lenken. Aber die 
consilio contempto ad sacriiienlorum nutum circumageretur, qui foris imbelles, domi 
seditiosi, oniniumque pericnlorum expertes alieni laboris fructu ad suas voluptates abn- 
terentur. Ex hoc fonte inter tc et proceres facta est suspitio, quae (quod neutri alteris 
iidatis) rebus gerendis maxirne est impedimentof" Rerum Scoticav-ztvn Hisloria, lib. 
XV, p. 435. Buohanan war damals ungefähr 38 Jahre alt; und dass eine ähnliche 
Unterredung, wie er sie erzählt, wirklich stattgefunden, ist, glaube ich, sehr wahr- 
scheinlich, obgleich der Historiker einige eigene Züge hinzugefügt haben mag. Jeden- 
falls war er ein zu grosser Redner um etwas zu erfinden, was seine Zeitgenossen für 
unwahrscheinlich gehalten haben würden; und so ist die Stelle, wie man sie auch 
ansieht, wichtig als ein Zeugniss für die tief eingewnrzelte Feindschaft zwischen Adel 
und Kirche. 
75) Tfzjtlefs History qf Scotland, IV, 337. „The plot is entirely unknown either 
to our Scottish or English historians; und now, after the lapse of nearly three cen- 
turies, has been discovered in the secret correspondance of the State-paper Office." 
Die erste Anregung des Mordes geschah im April 1514. Siehe Stute Papst-s qf 
Henry VIII, V, 377, und das Ende der Vorrede zu vol. IV. Aber Tytler und der 
.Herausgcber der Stute Papers scheint eine noch frühere Andeutung des nahenden Ver- 
brechens übersehen zii haben in vSadlefs Pape-rs I, 77. Dort findet sich eine Unter- 
redung aus dem März 1543 zwischen Sir Ralph Sadlcr und dem Earl of Arrau; Sadler 
wurde geführt von dem Earl of Glencairn. Bei der Gelegenheit brauchte der Earl of 
Arran einen Ausdruck über Beaton, dessen Bedeutung Sir Ralph offenbar verstand. 
„'By Godf quoth he, 'he shall nevercome out of prison whilst I may have mine own 
will, exoept it be to Inla- fartlter nzisclticff I allowed the same well" (replied Sadler), 
„aud said, 'It were pity, but he should rgceive such reward as his merits dit requiref" 
79) Slate Papers of Henry VIII, V, 560. A Diumal of Ocaeerrents, p. 42. 
Calderzcoodhs History qf tke Kir]: of Scotlaozd, vol. I, p. 221-223. Lindsay of Pit- 
scottie (Ulm-article's, II, 484) erzählt einen Umstand bei dem Morde, der zu grässlich 
ist, um ihn zu erwähnen; genug es war eine obscöne Beschimpfung des Leichnams, 
S0 etwas kann jetzt nicht gedruckt werden, dennoch ist es so charakteristisch für die  
Zeit, dass man es nicht ganz mit Stillschweigen übergehen kann, 
80) Darüber drückten sich zwei Schottische protestantische Historiker folgender- 
massen aus: „God admonished men, by this judgemenf, that he will in end be avenged 
upon tyranns for their crueltie, howsoever they strenthen themselves." Oalderwoodäv 
Hästory qf Um Kir]: af Scotland, I, 224. Und wer alle Umstände dabei erwägt, „must
        

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