Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1017155
im 
I5. ußnd 
Jahrh. 
205 
keit, welche sie auf ihrem Grund und Boden zu verwalten gewohnt 
waren und der sie einen grossen Theil ihrer Macht verdankten. 
Auf Antrieb des Erzbischofs von Glasgow setzte er das sogenannte 
Justizcollegium ein, wo Processe entschieden werden sollten, statt 
wie bisher von den Baronen auf ihren Schlössern verhandelt zu 
werden. Dies neue Tribunal sollte aus 15 Richtern bestehen und 
8 davon Geistliche sein; und um die Absicht noch deutlicher her- 
vortreten zu lassen, so wurde bestimmt, der Vorsitzende solle 
immer ein Geistlicher sein. 49) 
Dies gab dem Ganzen den Abschluss und erbitterte mit den 
voraufgegangenen Maassregeln zusammen den Adel bis zum Rasend- 
werden. Sein Hass gegen den Clerus war nicht mehr zu halten; 
und in ihrer Rachsucht warfen sich die Lords nicht nur England 
in die Arme und unterhielten heimliches Einverständniss mit 
Heinrich VIIL, sondern manche von ihnen gingen noch weiter und 
zeigten eine entschiedene Vorliebe für die Grundsätze der Refor- 
mation. Wie die Feindschaft zwischen der Aristokratie und der 
Kirche bitterer wurde, so wuchs in demselben Verhältniss der 
Wunsch die Kirche zu reformiren und trat deutlich an den Tag. 
Die Neigung zu dieser Neuerung wurde durch selbstsüchtige 
Beweggründe aufgemuntert und im Verlauf von wenigen Jahren 
nahm eine überwiegende Mehrheit der Adeligen extreme protestan- 
tische Ansichten an. Es war ihnen einerlei, welcher Ketzerei sie 
sich ergaben, so lange sienur mit ihrer Hülfe der Kirche schaden 
konnten, von der sie in der letzten Zeit die grösste Unbill erlitten 
und mit der sie und ihre Vorfahren- in einen fast hundertundfünfzig- 
jährigen Krieg verwickelt gewesen waren. 5") 
49) Tyjllefs Hisiory qf Scolland, IV, 212, 213 und Arnofs History qf Edinburgh, 
41:0, 1788, p. 468: "üftoen ordinary judges, seven churchmen, seven laymen, und a 
president, whom it behoved to be a churchman." Das Gesetz, wie es in der Folio- 
ausgabe von 1814 gedruckt ist (Acts of tlze Parliammts of Scotlamd, II, 335), sagt: 
„XIIIJ psouüs half spiale half temporal! wt ane president." Lawsou (Roman Uatlzolic 
Ohm-oh in Scozland, Edinburgh 1836, p. 81) glaubt, dass es der Erzbischof von 
St. Andrews war, der die Errichtung dieses Tribuuals angerathen. 
50) Keith, der offenbar diesen Theil der Geschichte seines Vaterlandes nicht be- 
wundert, sagt, unter dem Jahre 1546: "Several of our nobility found it their temporal 
interest, as much ms their spiritual, to sway with the new opinions as to religious 
matters." Keitlfs Afwir-S" vf Clzurck und Stute, I, 112, 113. Weiterhin heisst es, nur 
{noch derber: „'l'he uoblemen Wanted. to {inger the patrimony of the kirkmen." III, ll.
        

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