Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1016780
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VOTl 
Zustand 
Schottland 
zu fürstlichen Titeln. 32) Je länger der Krieg mit England anhielt, 
desto mehr machten sich die Folgen fühlbar; und vor dem Ende 
des 14. Jahrhunderts hatten sich einige der ersten Schottischen 
Familien zu einem so hervorstechenden Range erhoben, dass oifenbar 
entweder; ein Kampf auf Tod und Leben zwischen ihnen und der 
Krone entstehn, oder dass die Regierung ihre wesentlichsten Ver- 
richtungen aufgeben und das Land den halsstarrigen und wilden 
Häuptlingen überlassen musste. 33) 
Bei einem solchen Bruch würden die Städtebewohner und die 
freien Bürger die natürliehenVerbündeten des Thrones gewesen 
sein, sie, die in den meisten Europäischen Ländern die eifrigen 
und entschlossenen Gegner des Adels Waren, denn dessen aus- 
schweifende Sitten waren nicht blos ihrem Handel und ihren 
Gewerben, sondern auch ihrer persönlichen Freiheit im wWege. 
Aber hier war wiederum der lange Krieg mit England der Schot- 
tischen Aristokratie günstig. Denn da die Einfälle der Engländer 
die südlichen Theile von Schottland, die einzigen leidlich frucht- 
baren Landstriche, verwüsteten, so konnten unmöglich Städte an 
den Orten, Welche die Natur ihnen angewiesen hatte, zur Blüthe 
kommen. Und da es keine grossen Städte gab, so gab es auch 
keine Zuflucht für freie Stadtbürger und keine Möglichkeit, einen 
städtischen Geist zu erzeugen. Ohne diesen städtischen Geist fehlte 
der Krone das bedeutendste Hülfsmittel, welches die Englischen 
Könige in den Stand setzte, die Macht des Adels zu beugen und 
eine Gesetzlosigkeit zu bestrafen, die dem Fortschritt der Geselle 
schaft so lange im Wege gestanden. 
Während des Mittelalters Waren die Sehottisehen Städte so 
völlig unbedeutend, dass sich nur wenig Nachricht von ihnen 
erhalten hat, denn die gleichzeitigen Schriftsteller {richteten ihre 
Aufmerksamkeit auf das, was der Adel und die Geistlichkeit 
thaten. Ueber das Volk, welches in den elenden damals existiren- 
39) „During the lang captivity of David," the nobles had been eompletely insub- 
ordinate, und naßected the style und title of princes." Tytlefs History of Saotland, 
II, 85. Siehe auch über den Zustand. der Barone unter David II., Skeneäs High- 
landers, II, 63-67,  
33) Im Jahre 1299, „a superior baron was in every respect a kiug in miniature." 
Tytleräs History cf Scotland, II, 150. Im Jahre 1377, „the power of the barons had 
been decidedly increasing since the days of Robert the First." p. 332. Und 1398 war 
diese Macht noch höhex: gestiegen, p. 392.  
        

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