Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1016756
des 
Ende 
bis zum 
Jahrh. 
165 
auf. '24) Die Landleute Hohen oder wurden ermordet; es war Nie. 
mand da, das Land zu bestellen, und einige der schönsten Theile 
von Schottland wurden zur Wüste, mit Brombeeren und Gebüsch 
überwachsen. Zwischen den Einfällen fassten einige Einwohner 
so viel Muth, dass sie aus den Bergen hervorkamen und elende 
Hütten an der Stelle ihrer früheren Wohnungen errichteten. Aber 
auch dort wurden sie bis vor ihre Thüren von Wölfen verfolgt, 
die Futter suchten und vor Hunger toll waren. Wenn sie diesen 
ausgehungerten wilden Thieren entgingen, waren sie und ihre 
Familien einer noch gräulicheren Gefahr ausgesetzt. Denn in diesen 
schrecklichen Tagen, wo Hungersnoth umherzog, verderbte Ver- 
zweiflung die Gemüther der Menschen und trieb sie zu neuen Ver- 
brechenl Es waren Kannibalen im Lande, und wir wissen aus 
Zeugnissen von Zeitgenossen, dass ein Mann und seine Frau, die 
zuletzt vor Gericht gebracht wurden, eine ziemliche Zeit hindurch 
von Kindern lebten, die sie lebendig, in Fallen fingen, deren 
Fleisch sie verzehrten und deren Blut sie tranken. 25) 
S0 verging das 14. Jahrhundert. Im 15. Jahrhundert wurden 
die Verwüstungen der Engländer verhältnissmässig selten, und 
obgleich die Grenzen der Schauplatz fortdauernder Feindseligkeiten 
warenßü) so liegt doch seit dem Jahre 1400 kein Fall vor, dass 
„Nu1li loco, neque sacro neque profano, nulli homini, qui modo militari esset aetate, 
parcebat." 
94) "Agricultuite was ruined; and the very necessalies of life were lost, when the 
principal lords had scarcely abed to lye on." 0halmers' Caledoazia, II, 142. Siehe auch S. 867 
desselben Bandes dieses gelehrten Werkes die merkwürdigen Auszüge aus Schottischen Ver- 
fassungsurkunden und andern Quellen, welche uns den grässlichen Zustand des Landes 
zeigen. Ueber die Schwierigkeit, Lebensmittel zu erhalten, vgl. Fordmfs Sooticltronicon, II, 
242, 324; Dalryanpleiv Annals, I, 307, II,23S, 330; und Tytlefs Hisiory MSvatlunzZ, II, 94. 
15) Notizen über Schottische Kannibalen siehe in Lmdsay of Pifscottiefs Ohwmicles 
of Sggfland, edit. 1814, I, 153; und in Hollinsheaolys Scottislt Ultromfcle, 4to, 1805, 
II, 16, 99. In Fordmfs Scoliclzronicon, II, 331, wird folgender grässlicher Bericht 
gegeben; er bezieht sich auf die Gegend von Perth im Jahre 1339: „Tota illa patria 
circumvicina eo tempore in tantum fuit vastata, quod non remansit quasi domus in- 
habitata, sed ferne et cervi de montanis descendentes circa villam saepius venabantur. 
Tante tunc temporis facta. est caristia, et victualiuxn inopia, ut passim plebicula deficeret, 
et tanquam oves herbas depascentes, in foveis mortua reperirentur. Prope illjnc in 
abditis latitabßt quidam robustus rusticus, Grysticleik nomine, cum viragine sna, qui 
mulieiculis et pueris ac juvenibus insidiabantur, et, tamquam lupieos strangulantes, de 
ipsorum carnibus victitabant."  
96) Wenn auch die beiden Völker in- Frieden waren, führten die Grenzer doch 
Krieg miteinander. Siehe Ridpatlfs Border History, p. 240, 308, 394; und weitere
        

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