Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1016675
bis zum 
Ende 
des 
J ahrh. 
157 
Wirkungen nebeneinander stellen und soweit ich es vermag, ihre 
allgemeine Bedeutung und wie sie den Nationalcharakter gebildet 
haben, aufzeigen. 
Die früheste Thatsache aus der Schottischen Geschichte, die 
wir kennen, ist der Einfall der Römer unter Agricola am Ende 
des ersten Jahrhunderts. Aber weder seine Eroberungen noch die 
seiner Nachfolger machten einen dauernden Eindruck. Das Land 
wurde niemals wirklich unterworfen; es wurde weiter nichts-erreicht 
als eine militärische Besetzung, und diese liess trotz der Errichtung 
unzähliger Forts, Wälle und Verschanzungen den Geist der Ein- 
wohner ungebrochen. Selbst Severus, der im Jahre 209 die letzte 
und bedeutendste Unternehmung gegen Schottland führte, scheint 
nicht über den Firth von-Morayß) vorgedrungen zu sein; und so 
wie er sich zurückzog, standen die Eingebornen wieder unter 
Waffen und waren wieder unabhängig. Später wurde nichts auf 
einem so grossen Fusse mehr unternommen, um irgend einen 
Erfolg möglich zu machen. Ja die Römer waren weit davon ent- 
fernt, einer solchen Anstrengung gewachsen zu sein, und vielmehr 
selbst in der Entartung begriffen. In ihren besten Tagen waren 
ihre Tugenden die Tugenden von Barbaren, und sogar diese waren 
sie jetzt im Begriff zu verlieren. Von Anfang an war ihr Lebens- 
plan so einseitig und unvollkommen, "dass der Zuwachs ihres 
Reichthums, welcher die Civilisation wirklich cultivirter Völker 
erhöht, für die Römer ein unheilbares Verderben wurde, und dass 
sie durch Luxus verdorben und nicht verfeinert wurden. Wenn 
wir in unsern Zeiten die verschiedenen Völker Europas vergleichen, 
so finden wir, dass die reichsten auch die mächtigsten, die mensch- 
lichsten und die glücklichsten sind. Wir leben in einem so fort- 
geschrittenen Zustande der Gesellschaft, dass Reichthum in ihm 
5) Browne (Hdstory qf the Higlmmds, I, 33) sag's: „He traversed the whole of 
North Britain, from the Wall of Antonius to the very extremity of the island." Ebenso 
heisst es in Penhanfs Scotland, I, 90. Beide geben ihre Quelle nicht an, wahr- 
scheinlich fussten sie auf eine Stelle in Buchomarfs Rerum Saoticarum Historia, IV, 94. 
"Neque tarnen desideratis quinqnaginte millibus (ut scribit Dion) prius ab incoepto 
destiterunt, quam ad ünem insulae penetressent." Die Schottischen Alterthumsforscher, 
glaube ich, sind jedoch jetzt alle der Meinung, dass dies ein Irrthum sei, und Chalmerg 
War einer der _Ersten, die dies bemerkten. Siehe seine Oaledonia, I, 187; ein sem- 
Werthvolles und gelehrtes, aber leider nicht gut eingetheiltes Buch und in einem 
Wahrhaft ermüdenden Stylmgeschrieben. Siehe auch Irvingü History of Dumbartqm. 
shire, 41:0, 1860, p. 14. 
        

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