Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1016632
bis 
des 
Ende 
zum 
J ahrh. 
153 
grössten Abscheu erregt. Aber wenn wir unsere Geschichte mit 
der unserer nördlichen Nachbarn vergleichen, so müssen wir uns 
ein sanftes und unterwüriiges Volk nennen. 2) In Schottland sind 
mehr Empörungen als in irgend einem andern Lande, und diese 
Empörungen eben so blutig als zahlreich gewesen. Die Schotten 
haben mit den meisten ihrer Könige Krieg geführt und manche 
von ihnen hingerichtet. Um nur zu erwähnen, wie sie mit einer 
einzigen Dynastie verfahren: sie ermordeten Jacob I. und Jacob IlI., 
sie empörten sich gegen Jacob II. und gegen Jacob VII.; sie be- 
mächtigten sich Jacob's V. und setzten ihn ins Gefängniss. Maria 
thaten sie in ein festes Schloss und entsetzten sie dann des Throns. 
Ihren Nachfolger Jacob VI. kerkerten sie ein; sie führten ihn 
gefangen im Lande umher und machten einmal den Versuch, ihn 
ums Leben zu bringen. Gegen Karl I. zeigten sie die grösste 
Erbitterung und waren die ersten, die ihn in seiner Laufbahn 
hemmten. Drei Jahre früher als die Engländer es wagten, sich 
gegen diesen despotischen Fürsten zu erheben, griffen die Schotten  
kühn zu den Waffen und bekriegten ihn. Den Dienst, welchen sie 
damals der Sache der Freiheit leisteten, kann man schwerlich über- 
schätzen; aber das Merkwürdigste bei diesen Vorgängen war, dass 
sie nachher, als sie sich der Person Karl's I. bemächtigt hatten, 
Seine Majestät für eine grosse Summe Geld an die Engländer 
verkauften; sie waren nämlich sehr arm und hatten dieses Geld 
äusserst nöthig. Ein solcher Verkauf ist ohne Beispiel in der 
Geschichte, und obwohl die Schotten mit Recht behaupten können, 
dies wäre der einzige Nutzen, den sie von ihrem angestammten 
Könige gehabt oder je hätten haben können, der Vorfall steht 
immer einzig da, er war 'der erste in seiner Art, hat bis jetzt - 
noch keine Nachahmung gefunden und sein Eintreten ist ein über- 
1)'Und wirklich sagt ein bekannter Schotte des 17. Jahrhunderts spöttisch von 
den Engländern: .,such is the ohsequiousness, and almost superstitious devotion of 
that nation towards their prince." Baillies Letters, I, 204, edit. Laing, Edinburgh 1841. 
Dies wurde jedoch 1639 geschrieben, und seitdem haben wir diese Scharte mit Erfolg 
ausgewetzt. Dagegemhält ein Englischer Schriftsteller aus dem 17: Jahrhundert mit 
Unwillen, aber auch mit offenbarer Uebertreibung, den Schotten vor, dass „forty of 
their kings have been barbarously murdered by them; and half as many more have 
either made away with themselves, for fear of tlieir torturing of them, or have died 
miserably in strait imprisonment." Account of Scotlund in 1670, in Harleian Mis- 
ßellßny, VI, 140, edit. Park, 4to, 1810. Veräl- zwei merkwürdige Stellen in Skielda' 
Hind let loose, 1687, p. 8, 9, 15.
        

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