Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1016627
152 
Schöttland 
VOD. 
Zustand 
vornehmsten Eigenschaften des Bürgers und darum der dauernden 
Grösse der Nation verderblich gewesen ist. Zweitens vermehrt es 
die Mittel der ausübenden Gewalt und macht so das Volk unfähig, 
ja abgeneigt, die Irrthtimer derer zu verbessern, die an der Spitze 
der Geschäfte stehen. Darum war in Spanien wie in allen Ländern 
unter ähnlichen Verhältnissen in demselben Augenblick, wo Alles 
an der Oberfiächehöchst gedeihlich erschien, Alles an der Wurzel 
gänzlich verrottet. Im Angesicht eines höchst glänzenden politischen 
Erfolges eilte die Nation ihrem Sturze entgegen und die Krisis 
näherte sich rasch, wo das ganze Gebäude zusammenbrach und 
nichts übrig blieb, als die denkwürdige Lehre, was der Erfolg sein 
muss, wenn sich ein Volk einmal den Leidenschaften des Aber- 
glaubens und der Unterthänigkeit ergiebt, seinem eignen Berufe 
entsagt, seine eigne Verantwortlichkeit aufgiebt, seine vornehmsten 
Pflichten vernachlässigt und sich zum willenlosen Werkzeuge er- 
niedrigt im Dienste der Willkür der Kirche und der Krone. 
 Dies ist die grosse Lehre, welche uns die Spanische Geschichte 
giebt. Aus der Geschichte Schottlands können wir eine andere, 
obwohl ähnliche Lehre ziehen; In Schottland ist der Fortschritt 
des Volks sehr langsam, aber im Ganzen sehr sicher gewesen. 
Das Land ist äusserst unfruchtbar, die Regierung ist mit wenigen 
Ausnahmen immer sehr schwach gewesen und das Volk ist nie 
den Gefühlen der Unterthänigkeit erlegen, welche die Verhältnisse 
den Spaniern aufgezwungen. In der That, es wäre die letzte An- 
klage, die man gegen die Schotten vorbringen könnte, dass sie 
eine abergläubische Anhänglichkeit gegen ihre Fürsten gehabt 
hätten.  Wir in England sind nicht immer zärtlich "mit den Per- 
sonen unserer Könige umgegangen und haben sie gelegentlich mit 
einer Strenge bestraft, die man hie und da für übertrieben gehalten. 
Dafür haben uns die unterthänigeren Nationen des" Continents oft 
geschmäht, und besonders in Spanien hat unser Betragen den 
4) Einer ihrer eignen Geschichtschreibef sagt mit Befriedigung: „but the Scots 
were seldom distinguished for loyalty." LaingKs History of ßboilrmd, III, 199, edif. 
1819. Siehe auch p. 366. Ebenso Brodie (Histwy of ihe Britislz Empire, Edinburgh 
1822, l, 383): „The little respect paid to royalty is conspicuous in every puge of 
Scottish history." Oder wie Wilkes sich im Unterhause ausdrückte: "Scotland seems, 
indeed, the natural foyev- of rebellion, as Egypt is of the plague." Parliamentary 
History, Xlx, 810, London 1814; und Nimmo (History of Siirlingshire, Edinburgh 
1777, p. 2l9): "Never was any race of monarchs more unfortunatd than the Scottish. 
Their reigns were generally turbulent und disastrous, and their own end often tragieal,"
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.