Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1016603
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des 
Geschichte 
Span. 
Geistes 
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ZIII 
bis 
de.s 
Mitte 
J ahrh. 
eitelt hat, eine volle gesetzliche Niederlassung auf seinem Grund 
und Boden zu erlangen.   
Das Zusammenwirken alles dessen bringt dann diese klägliche 
Erscheinung zu Wege, der wir den Gesammtnamen Spanien geben. 
Die Geschichte dieses Einen Wortes ist die Geschichte fast aller 
Wechselfalle, die das Menschengeschlecht zu erfahren vermag. 
Sie umfasst das -Aeusserste von Starke und Schwache, von un- 
begrenztem Reichthum und klaglicher Armuth. Sie ist die Geschichte 
der Vermischung verschiedener Volksstämme, verschiedener Sprachen 
und verschiedenen Blutes. Sie umfasst beinahe jede politische 
Combination, die der Scharfsinn des Menschen zu ersinnen vermag, 
Gesetze von unendlicher Mannigfaltigkeit und in endloser Anzahl, 
Verfassungen aller Arten von der drückendsten zu der liberalsten. 
Demokratie, Monarchie, Priesterherrschaft, Municipalgewalt, Adels- 
herrschaft, Reprasentativregierung, Regierung durch Einheimische, 
Regierung durch Fremde sind versucht und alle sind- vergebens 
versucht worden. Materielle Mittel sind mit Verschwendung an- 
gewendet worden, Künste, Erfindungen und Maschinen vom Aus- 
lande eingeführt, Fabriken errichtet, Verbindungswege eröffnet, 
Strassen gebaut, Kanäle gegraben, Bergwerke in Thätigkeit ge- 
setzt, Häfen eingerichtet worden. Mit Einem Worte, alle Arten 
von Veränderungen, nur keine Veränderung des Denkens, jede 
mögliche Umgestaltung, nur keine Umgestaltung des Wissens hat 
stattgefunden. Und der Erfolg ist gewesen, dass trotz aller An- 
strengungen verschiedener Regierungen hintereinander, trotz des 
Einflusses fremder Sitten und trotz der physischen Verbesserungen, 
welche gerade die Oberfläche der Gesellschaft berühren, aber nicht 
tiefer eindringen können, keine Anzeichen eines nationalen Fort- 
schrittes zu entdecken sind; die Priester gewinnen eher Boden, 
als dass sie ihn verlieren sollten;'der geringste Angriff auf die 
Kirche bringt das Volk in Aufruhr, wahrend selbst die Sitten- 
losigkeit der Priester-Schaft und die gehässigen Laster, die in 
unserm Jahrhundert den Thron betleckt haben, nicht das Geringste 
dazu beitragen, weder den Aberglauben noch die Loyalität 
zu vermindern, welche die angehäufte Gewalt so vieler Jahr- 
hunderte den Gemüthern eingegraben und wvvelche Sie]; in die 
Herzen der Spanischen Nation eingefressen haben.
        

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