Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1016579
VOIII 
bis zur Mitte 
des 
Jahrh. 
147 
die durch unmittelbare Ungerechtigkeit hervorgerufen wurden, und 
machen Revolutionen Platz, welche mit Einem Male ihre Schläge 
gegen die Quelle richten, aus welcher diese Ungerechtigkeit lliesst. 
Es ist nicht zweifelhaft, dass dies eine günstige Aenderung ist, 
theils weil es immer gut ist von den Wirkungen zu den Ursachen 
aufzusteigen, und theils _weil Revolutionen seltener sind als Auf- 
stände, und daher der Friede der Gesellschaft seltener gestört 
werden würde, wenn die Menschen sich gänzlich auf diese weiter- 
greifende Abhülfe beschränkten. Zugleich sind Aufstände gewöhn- 
lich im Unrecht, Revolutionen immer im Recht. Ein Aufstand ist 
nur zu oft die Wahnsinnige und leidenschaftliche Anstrengung 
unwissender Menschen, die irgend einen unmittelbaren Druck 
nicht ertragen können und sich nie die Zeit nehmen, die entfernten 
und allgemeinen Ursachen dztvon aufzusuchen. Aber wenn eine 
Revolution das Werk der Nation selbst ist, gewährt sie immer 
einen glänzenden und Ehrfurcht gebietenden Anblick, denn zu der 
sittlichen Entrüstung, welche das gegenwärtige Uebel hervorbringt, 
fügt sie die intellectuellen Tugenden der Voraussicht und der Be- 
rechnung hinzu; und indem sie so in Einem Akte Aeusserungen 
der menschlichen Natur von der edelsten Art vereinigt, erreicht 
sie einen doppelten Zweck: sie bestraft nicht nur den Unterdrücker, 
sondern nimmt auch den Unterdrückten ihr Joch ab. 
In Spanien jedoch hat es nie eine eigentliche Revolution 
gegeben, nie ist dort eine grosse nationale Empörung vorge- 
kommen. Das Volk ist oft genug gesetzlos, aber nie frei. Bei 
ihm finden wir noch den eigenthümlichen Makel der Barbarei, dass 
die Menschen gelegentlichen Ungehorsam systematischer Freiheit 
Vorziehen. Gewisse Gefühle liegen in unser Aller Natur, selbst 
eine sklavische Unterwüriigkeit kann sie aus dem Gemüthe der 
Menschen nicht ausmerzen und durch sie werden sie vonZeit zu 
Zeit zum Widerstand gegen Ungerechtigkeit getrieben. Dieser Trieb 
ist glücklicher Weise das unwieräusserliche Loos der Menschheit; wir 
können ihn nicht verscherzen, Wenn wir auch wollten, und nur zu 
oft ist er das letzte Mittel gegen die Ausschweifungen der Tyrannei. 
Und er ist Alles, was Spanien jetzt besitzt. Die Spanier also 
widersetzen sich nicht weil sie Spanier, sondern weil sie Menschen 
sind; jedoch selbst wenn sie sich widersetzen, verharren sie noch 
in Ehrfurcht. Während sie sich gegen eine lästige Auflage erheben, 
kriechen sie vor einem System, von dem die Auflage das geringste 
Uebel ist. Sie schlagen den Steuer-Einnehmer und werfen sich zu 
1er
        

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