Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1016484
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des 
Geschichte 
Span. 
Geistes 
noch Gesetzgeber, noch Reformer irgend einer Art je im Stande 
sein werden , das Volk aus der hülflosen und veriinsterten Lage 
zu reissen, in die der Lauf der Begebenheiten es gestürzt hat. 
Dass keine grosse politische Verbesserung, wie annehmbar 
und lockend sie immer sein mag, dauernden Nutzen stiften kann, 
wenn ihr nicht- eine Aenderung der ölfentliehen Meinung voraufgeht, 
und dass jeder Aenderung der öffentlichen Meinung Aenderungen 
in der Wissenschaft voraufgehn, sind Wahrheiten, -die überall von 
der Geschichte bewiesen werden, die aber besonders augenfällig 
in der Geschichte Spaniens hervortreten. Die Spanier haben alles 
andre, nur keine Wissenschaften gehabt. Sie haben unermesslichen 
Reichthum und fruchtbare gutbevölkerte Landstriche in allen Welt- 
theilen besessen. Ihr eignes Land, vom Atlantischen und Mittel- 
ländischen Meere bespült und im Besitz vortrefflicher Häfen, ist 
herrlich gelegen für den Handel zwischen Europa und Amerika, ja, 
es beherrscht durch seine Lage den Handel beider Hemisphären. 345) 
Die Spanier hatten schon sehr frühe volle municipale Freiheit, 
unabhängige Parlamente, das Recht ihre Magistrate selbst zu 
wählen und ihre Städte selbst zu verwalten. Sie _haben reiche 
blühende Städte gehabt, ergiebige Fabriken und geschickte Hand- 
werker, deren treffliche Waaren auf allen Märkten der Welt gesucht 
wurden. Sie haben die schönen Künste mit ungemeinem Erfolg 
betrieben; ihre herrlichen und ausgezeichneten Gemälde, ihre 
prachtvollen Kirchen werden mit Recht zu. den ersten Wunder- 
Werken von Menschenhänden gezählt. Sie sprechen eine schöne, 
Wohltönende, biegsame Sprache und ihre Lßratur ist ihrer Sprache 
nicht unwürdig. Ihr Land ist ergiebig an Schätzen aller Art, es 
hat Wein und Oel in Ueberiiuss und bringt die schönsten Früchte 
fast in tropischer Ueppigkeit hervor. 346) Es enthält .die kostbarsten 
3145) Ein gelehrter neuerer Geograph sagt: „From the exfent of itS coßst-line, its 
numerous ports, its geographical position, and Imfllral Pfßducts, SÜß-in P0936399 grüßte! 
commercial advantages than any other eountry of Europe." Jolmstorüs Dictionary of 
Pkysicul, Slatistioal, und Historical Geography, London 1850, p. 1213. 
346) „No quiero hablar de los frutos de Espaüa, no obstante que" los produzca 
tan exquisitos de todas especias. Solo dirä que suS naranjas dulces las traxeron de 
1a China los Portugueses, y de Portugal se ha_difundido su planta por lo restante de 
EIITOPPI- En fin, Espaüa es celebrada entre otras .cosa_s por sus limones, por 1a fra- 
gilnßiß (16 S118 eidras, por aus limas dulces, por aus grmadas, por aus azeytunas, que 
merecieron ser alabadas hasta del grau Oiceron, y sus almendras, aus higos, sus 
uvas, etc." Bowles, Histaria natural de Espaia, Madlid 1789, 41:0, p. 236.
        

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