Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1016473
VODJ 
Hes 
bis zur Mitte 
J ahrh. 
137 
Vorfall vom Jahre 1778. Bei Gelegenheit der V-erurtheilung eines 
Ketzers durch die Inquisition thaten mehrere der vornehmsten 
Edelleute gemeine Dienste und freuten sich der Veranlassung, 
öffentlich ihren Gehorsam und ihre Gelehrigkeit gegen "die Kirche 
zur Schau zu tragen. 344) 
Alles dies war natürlich und in der Ordnung. Es war die 
Folge einer langen Reihe von Ursachen, deren Wirksamkeit ich 
durch 13. Jahrhunderte hindurch vom Ausbruch des Arianischen 
Kriegs an nachzuweisen versucht. Sie zwangen die Spanier zum 
Aberglauben, und es war ein müssiges und vergebliches Gebahren, 
ihre Natur durch Gesetzgebung andern zu wollen. Das einziger 
Mittel gegen Aberglauben ist Wissenschaft. Nichts anders kann 
diesen Pestfieckcn aus, dem menschlichen Geiste hinwegwischen. 
Ohne sie bleibt der Aussätzige ungereinigt und der Sklave unbe- 
freit. Unserer Kenntniss der Gesetze und Beziehungen der Dinge 
verdanken wir die Europäische Civilisation;' aber grade hierin ist 
Spanien immer zurückgewesen. Und bevor diesem Mangel, ab- 
geholfen, bevor die Wissenschaft mit kühnem_ Forschergeiste auf 
ihre eigne Weise und nach ihrer eignen Methode ihr Recht geltend 
gemacht hat, Alles und jedes zu untersuchen, können wir über- 
zeugt sein, dass in Spanien Weder Literatur, noch Universitäten, 
was das Volk fühlte, das Iviel unwissender und viel orthodoxer als er war. Tapia 
giebt in einer merkwürdigen und ungewöhnlich kühnen Stelle frei zu, dass der Druck 
der öifentlichen Meinung v1 III. an der Abschalfung der Inquisition hinderte. 
"Estraüo pareceria que habiendose hecho tanto en aquel reinado para limitar el poder 
escesivo del clcro, y aeabar con absurdas preocnpaciones, no se suprimiese el mon- 
struoso tribunal de 1a inquisicion; pero es necesario tener presente quel el rey despues 
del motin de Madnid procedia con timidez en toda providenciu que pudiese contraiiar 
1a Qpinißn pübliea; y 61 creia que los espaüoles querian 1a inquisieion, como se lo 
manifestö a1 ministro Rode y a1 conde de Aranda, "aüediendo que en nada coartaba. su. 
autoridad." Iapia, Uivüizacian Espuüola, IV, 98, Madrid 1840. Uns scheint freilich 
die Inquisition ein seltsamer Gegenstand für menschliche Vorliebe zu sein; dass aber 
diese Leidenschaft existirte, lässt sich nicht bezweifeln. „L'Inquisition si räveräe en 
Espagne." Mömoires de Louwille, I, 36. Und Geddes (Traute, London 1730, I, 400) 
sagt uns: „the Inquisition is not only established by law, but by a wonderful fasci- 
nation is so iixed in the heaxts and affections of the peoplez that one that shonld 
offer the least affront to another, for having been an informer 01' witness in the In- 
quisition, would be torn in a thousand pieces." 
344) „Th'e familiars of the Inquisition, Abrantes, Mora, and others, grandees of 
Spain, attended as servants, without hats 01' swords." Coxds Bourbon Kings of Spam, 
IV, 418, 419. Dies war in dem berühmten PIOCESS Ülß-Vide-  
        

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