Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1016418
VOM 
des 
bis zur Mitte 
Jahrh. 
131 
Obwohl also die Spanier sich hundert Jahre früher als wir freier 
Institutionen rühmen können, so waren sie doch nicht im Stande 
sie zu behaupten, einzig darum, weil sie die Institutionen und 
weiter nichts hatten. Wir hatten vor 1264 keine Vertretung des 
Volksfmi) in Castilien hingegen hatte man sie schon 1169fl30) und 
in Aragonien gar schon 1133331) Eben so iinden wir in England 
die erste Verfassung, die einer Stadt verliehen wurde, im 12. Jahr- 
hundertßß?) in Spanien dagegen wird schon 1020 Leon mit einer 
Verfassung versehn, und im Laufe des 11. Jahrhunderts war die 
Städtefreiheit so sicher, als Gesetze sie nur machen konnten. 333) 
Die Sache verhält sich aber so, dass in Spanien diese Insti- 
tutionen, statt aus den Bedürfnissen des Volks hervorzuwachsen, 
ihren Ursprung in einem Acte der Politik seiner Herrscher fanden. 
Sie wurden den Bürgern ertheilt, statt von ihnen verlangt zu sein. 
Denn wie die christlichen Könige von Spanien während des Kriegs 
mit den Mahomedanern nach Süden verrückten, wünschten sie 
natürlich eifrig ihre Unterthanen zur Niederlassung in den Grenz- 
städten zu bewegen; dort sollten sie dem Feind die Stirn bieten 
und ihn zurücktreiben. In dieser Absicht gewährten sie den Städten 
Freiheitsbriefe und den Einwohnern Freiheitsrechte. 334) Allmählig 
wurden die Mahomedaner aus Asturien nach Granada zurück- 
getrieben, die Grenzen änderten sich und die Freiheitsbriefe Wurden 
auf die neuen Eroberungen ausgedehnt, der Ehrenposten sollte 
auch eine Stelle der Belohnung sein. Aber mittlerweile stimmten 
iene allgemeinen Ursachen, die ich hervorgehoben, die Nation zu 
Sitten der Unthätigkeit und des Aberglaubens, die zu einer Höhe 
399) Bucklds Gesck. der Üivilisatian, Bd. 1, Th. II, S. 120. 
33") Prescotfs History of Ferdinand und Isabella; I, 48. 
w) 16m, I, 96.  ' 
339) Hallamäv Middle Ages, ninth edition, London 1846, II, 153-157, zu vergl. 
mit Hdllamk Supplemental Notes, London 1848, p. 323-327. 
333)'Ibz'd., I, 373. Presonifs Ferdinand und Isabella, I, 45, 46. 
334) „Ce fut alorä que les successeurs de Pälage descendirent de lellrs moritagnes 
dans les plaines, de leurs forteresses perchäes sur des rocs inaGßeSSibleS dans les Villa, 
populeuses, "le lang des fleuves, daus de fertiles vallöes et sur les cötes de 1a mer; 
ce fut alors que 1a ville d'Astorgue revint du pouvoir _des Arabes ä. celui des Asturiens 
et chassa toute 1a purtie musulmane de ses habitants; ce fut alors, enfin, que com- 
mencärent en Espagne ces concessions de franchises municipüleß par lesquelles les rois 
et les seigneurs chrätißilß chemhärent ä. attirer des populations chrätiennes dans les 
lieux am, iis avaient chasgö leg Mugulmans," Fazwiel, Hisfoire de Za Gaule Märiolionale, 
Paris 1836, III, 215. Siehe auch Agemperß, Mßnßfßlbiß Espagvzolc, II, 256, 257. 
 9a:
        

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