Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1016234
VOIIJ. 
bis zur Mitte 
des 
19. Jahrh. 
113 
im Stillen an, und ehe noch das Jahrhundert vorüber war, lag 
die Reaction olfen da. So lange Karl III. lebte, wurde sie nieder- 
gehalten, zum Theil aus Furcht vor seiner thätigen und kräftigen 
Regierung, zum Theil deswegen, weil manche seiner Reformen 
von so handgreiflichem Nutzen waren, dass sie seine Regierung 
mit einem Glanze umgaben, den alle Klassen wahrnehmen konnten. 
Neben der Befreiung von den unaufhörlichen Verwüstungen der 
Seeräuber, die er durch seine Politik zu Wege brachte, gelang 
es ihm auch, für Spanien den ehrenvollsten Frieden zu erlangen, 
welchen seit zwei Jahrhunderten eine Spanische Regierung unter- 
zeichnet hatte; dies rief dem Volk die glänzendsten und ruhm- 
vollsten Tage Philipp's II. ins Gedächtniss zurück. 285) Als Karl 
den Thron bestieg, war Spanien kaum eine Macht dritten Ranges; 
als er starb, konnte es mit Recht darauf Anspruch machen, eine 
Macht ersten Ranges zu sein. Denn es hatte einige Jahre lang 
auf gleichem Fuss mit Frankreich, England und Oestreich unter- 
handelt und eine leitende Rolle im Rathe von Europa gespielt. 
Dazu trug Karl's persönlicher Charakter sehr viel bei; er wurde 
wegen seiner Aufrichtigkeit geachtet und wegen seiner Thatkraft 
gefürchtet. m) Schon als Mann stand er in hohem Ruf und als 
Herrscher kam ihm keiner seiner Zeitgenossenirgendwie gleich, 
ausser Friedrich von Preussen, dessen grosse Fähigkeiten jedoch 
durch niedrige Raubgier- und durch das unablässige Verlangen, 
seine Nachbarn zu übervortheilen, beiieckt wurden. Davon war 
285) Ooxe (Bourbon Ifings of Spam, V, 144). nennt den Frieden von 1'783 „the 
most honourable und advantageous ever concluded by the crown of Spain since the 
peace of St. Quintin." Ebenso Rio (Historia de! Reinado de Carlos III., III, 397): 
"Siglos habian pasado para. Espaüa de continuas y porüadas contiendas, ein llegar 
nunca, desde 1a famose jornada de San Quintin y a1 alborear el reinado de Felipe 1I., 
tan gloriosamente a1 reposo."   
985) Gegen das Ende seiner Regierung giebt ihm ein Zeitgenosse, der nichts 
weniger als günstig für ihn eingenommen war, das Zeugniss über „the honest und 
obstinate adherence of his present Catholic MajßStY to an bis treaüesw PrinßiPleß, 
und engagements." Leiters by an Eagle's]; Ofßoer, London 17S8,_II, 329. Vergl. 
Muriel (Gobiemo olel Reg; Don Carlos III., Madrid 1839, P- 34x "T311 Collfwido 
llegö ä ser Cärlos 111. en los reinos estraüos por 1a rectitud de su caräcter, que 
en las desaveneneias que ocurrian entre los gobiernos, foävß ßßlläellfiall en tomarle 
por ärbitro, iy se sometian 15 sus decisiones; und Cabarrus (Elogio "de Carlo; III., 
Madrid, 1789, 41:0, p. 40): "Esta probidad llega ä ser e1 resorte politico de 1a. Europa; 
todas las cortes penefrßäas de respeto ä sus virtudßß 16 bIISCMI por ärbitro y mediador." 
Beweise von der grossen Achtung fremder Mächte gegen Karl III. finden sich auch in 
Rio, Historia de! Reinado de Carlos IIL, IV, 41'413: 253- 
Buckle, Gesch. d. Civilisation. II. 3
        

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