Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1016188
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des 
Geschichte 
Span. 
Geistes 
Regierung war aus Gründen, die ich angeführt, Spanien weit voraus 
und wurde nach und nach kühner und immer mehr geneigt, dem 
Lande Ansichten aufzudringen, die an und für sich äusserst auf- 
geklärt waren, welche aber der Geist des Volks nicht aufzunehmen 
vermochte. In Folge dieser Ermuthigung schloss Florida Blanca 
1782 einen Vertrag mit der Türkei, welcher dem Religionskriege 
ein Ende machte. Die andern Europäischen Mächte waren hierüber, 
wie wirlesen, höchst erstaunt und konnten es kaum glauben, dass 
die Spanier so ihre lang unterhaltenen Anstrengungen zur Ver- 
nichtung der Ungläubigen aufgeben würden. m) Ehe jedoch Europa 
sich von seinem Erstaunen erholen konnte, traten andere eben so 
überraschende Ereignisse ein. 1784 schloss Spanien einen Frieden 
mit Tripolis und 1785 einen mit Algier. m) Und kaum waren 
diese ratificirt, als 1786 auch ein Vertrag mit Tunis geschlossen 
wurde. 2") So fand sich das Spanische Volk zu seinem nicht 
geringen Erstaunen auf freundlichem Fusse mit Völkern, gegen die 
ihm mehr als zehn Jahrhunderte hindurch Hass und Abscheu ge- 
predigt worden war und gegen die nach der Meinung der Spani- 
schen Kirche eine christliche Regierung von Rechtswegen Krieg 
führen und sie wo möglich von der Erde vertilgen müsste.  
Lassen Wir einen Augenblick die entfernteren und intellectuellen 
Folgen dieser Vorgänge bei Seite, so. leidet es keinen Zweifel, 
dass die unmittelbaren und materiellen Folgen sehr heilsam waren, 
obwohl sie, wie wir gleich sehen werden, keinen dauernden Nutzen 
stifteten, weil sie mit der ungünstigen Wirkung mächtigerer und 
wurde ein Gesandter nach Marokko geschickt, aber nur wegen Auslösung von Ge- 
fangenen und sicherlich ohne die entfernteste Absicht, einen Frieden zu schliessen. 
975) „The other European couxts, with surprise and regret, witnessed the con- 
clusion of a treaty which terminated the political and religious rivalry so long sub- 
sisting between Spain und the Porte." Ooxäs Bourbzm Kdwgs of Spam, V, 152, 153, 
„Une des maximes de 1a politique espagnole avait etä reelle de maintenir une guerre 
perpätuelle cohtre lee mahomätaus, mäme apräe 1a conquäte de Grenada. Ni les pertes 
iucalculables äprouvees par suite de ce systeme, ni Pexemple de _1a France et d'autres 
puissauces catholiques qui ne ce faisaient poiut scruple d'ätre en peix avec les Turcs, 
xfavaient suffi pour detromper ICEspagne sur Pineonvenance d'une telle politique. Le 
genie eclairä de Charles III eorrigea un prejuge aussi dangereux; dieta. 1a paix avec 
169 emPereurs de Turquie et d'autres potentats mahometans; delivra ses sujets de 1a 
terrible piraterie des corsaires, et ouvrit ä leur eommerce de nouvelles voies pour 
spöculer avec de plus grands avantages." Sempere, La Monarchie Espagnole, II, 160. 
976) Rio, Historie del Reinada de Carlos III., IV, 11-13. 
'77) 155d" IV, 16, 17.
        

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