Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1016030
VOIII 
zur Mitte 
bis 
des 
Jahrh. 
93 
Während solche Ansichten über die Erhaltung der Gesundheit 
herrschten, 227) lässt sich schwerlich vermuthen, dass die.Behand- 
lung von Krankheiten guten Erfolg gehabt. Aderlass und Abführung 
waren die einzigen Mittel der Spanischen Aerzteßgs) Ihre Un- 
wissenheit über die gewöhnlichsten Functionen des menschlichen 
Körpers ist ganz erstaunlich und lässt sich nur erklären durch die 
Annahme, dass die Spanier des 18. Jahrhunderts in der Mediein 
wie in andern Fächern nicht mehr wussten, als ihre Vorfahren im 
16. Jahrhundert. In mancher Hinsicht scheinen sie sogar Weniger 
gewusst zu haben. Denn ihre Behandlung war eine so gewaltsame; 
dass man fast des Todes gewiss war, wenn man sich ihr irgend 
auf längere Zeit unterwarf. m) Ihr eigner König, Philipp V., 
estragos si no se impregnara en los vapores de las inmundicias desparramadas per las 
calles." Dass die Aerzte von Madrid diese Ansicht lange gehegt, sehen wir auch aus 
einer anderen Quelle, die keinem der Spanischen Gesehiehtsehreiber bekannt ist. Sir 
Richard Wynne, der diese Hauptstadt 1623 besuchte, beschreibt eine widerwärtige 
Sitte der Einwohner und fügt dann hinzu: "Byeing desirons to know why so beastly 
a custom is sntfered, they say it's a thing preseribed by their physieians; for they 
hold the air to be so piercing and subtle, that this kind of eorrnpting it with these 
ill vapours keeps it in good temper." Tlze Autobiographie und Correspondence of Sir 
Simonds Ifßwos, herausgegeben von J. O. Halliwell, London 1845, ll, 416. 
9") Ja noch 30 Jahre später hiess es mit gutem Grunde: "es menester lwslmoer 
todo lo que se Im lzieelw," und "eonfiar exclusivamente el precioso depösito de 1a sauidad 
pübliea a las manos capaces de conservarlo y mejorarlo." Oartas pur el Oonde de 
Cabarrus, Madrid 1813, p. 280. Diese Briefe sind wenig bekannt, enthalten jedoch 
interessante Mittheilungen aus den Jahren 1792 und 1783. S. p. 34, und Pro- 
logo, p. I. 
i") Aderlas jedoch vorzüglich. Siehe die merkwürdigen Belege in Townsondäs 
Journey tlw-ougk Spam in 1786 und 1787, II, 37-39. Townsend hatte einige Kennt- 
niss von der Medicin und war über die Unwissenheit. und Gewissenlosigkeit der Spa- 
nischen Aerzte erstaunt. Er sagt: „The science and practice of medicine are at the 
lowest ebb in Spain, but more especially in the Asturias." Vergl. Sprengel, Hästoire 
de Za Jllfdecine, III, 217, Paris 1815, mit Winwoodk Memorials, London 1725, folio, 
lI, 219. Aus dieser Stelle sehen wir, welchem fürchterlichen Purgiren und Blutlassen 
die unseligen Spanier unter der Regierung PhÜiPlVS IÜ- ausgesetzt Wären. Ein 
anderer viel späterer Beobachter sagt: „La saignee leur est assez familiäre. Ils se 1a 
font faire hors du lit tant qne lenrs forces le permettent, et lOV-FQWÜS en 1asenl_ pur 
präcaution, ils so font tirer du sang deux jours de Suite du Mus droit et du gauolw, 
disant qu'il faut ägaliser le sang. On peut juger de E, Si 1a cireulation leur 9st 
eonnne." Voyayes faits an Espagne, pur Monsieur M aukfi", Amsterdam 1700, 
p. 112. Siehe ferner Ularkefs Letters oomerning tlze öymnisk Nation, London, 4m, 
1763, p. 55, und Spain öy am. Americam, London 1831, lI, 321.  
99) 1780 wurde der arme Cumberlaud in Madrid in wenigen Tagen durch drei 
Spanische Aerzte dem Tode nahe gebracht; den gefährlichsten Angriff machte kein
        

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