Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1015946
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Geschichte 
Span. 
des 
Geistes 
liuss besass, gebrauchte ihn in derselben Richtung. Er suchte die 
Abgabenfreiheit, welche die Geistlichkeit besass, zu verringern, 
auch ihre Freiheit von weltlicher Jurisdiction aufzuheben. Er war 
gegen das Privilegium der heiligen Oerter und suchte die Kirchen 
ihres Asylrechts zu berauben. Er griff sogar die Inquisition an 
und bearbeitete den König sdkraftig, dass Philipp zu einer Zeit 
entschlossen war, dies fürchterliche Tribunal aufzuheben und das 
Amt des Grossinquisitors abzuschaffen.  Diese Absicht wurde 
jedoch ganz richtig wieder aufgegeben; denn es leidet keinen 
Zweifel, ihre Durchsetzung würde eine Revolution verursacht und 
Philipp wahrscheinlich seine Krone gekostet haben. NS) In diesem 
Falle wäre gewiss eine Reaction eingetreten, welche die Kirche 
stärker als je hinterlassen haben würde. Dennoch wurde trotz 
der Spanier Vieles für Spanien gethan. 209) Im Jahre 1707 wurde 
die Geistlichkeit gezwungen, zu den Staatsausgaben von ihrem 
ungeheuren Reichthum einen kleinen Beitrag zu geben; die Abgabe 
907) Coxefs Bourbon Kings of Spam, 11, 163-165. Jlfünoircs de Noailles, 
III, 143. 
'08) 1714 wurde es für nöthig erachtet, dass Philipp V, der das Glück einer 
Spanischen Erziehung nicht genossen, über die Inquisition aufgeklärt werde. Er 
wurde daher davon unterrichtet, „qne la. pureza de 1a religion Oatolica en estos reynos 
se debia ä. 1a vigilancia. de 1a Inquisicioxi y sus ministros, todos justos, clementes 
y circunspectos, no rigidos, violentos ni erueles, como por error ö malicia los 
pintan comunmente los Franceses. Y que la conservacion de la Monarquia dependia 
m grau partc de memtmer ilibata la Mligion Caiolica." Ortiz, Uompendio, VII, 286. 
Baeallar (Uomcntarios, II, 122-125) giebt einen interessanten Bericht über. die An- 
griffe auf die Rechte der Kirche; diese, sagt er p. 125, wären „poco ajustados ä 1a 
doctrina. de los Sqntos Padres, ä. la Inmunidad de 1a Iglesia, y que souaban ü. heregia." 
Bezeichnend fügt er hinzu, p. 1'251 "Los pueblos de Espaüa, que son tan religiosos, 
y professan 1a mayor veneraeion ä. 1a Iglesia, creian, que esta se atropellaba, ylzzwo 
alguna inlema inquielud, am sin fommio de los adversos a! Reg], cuyo pm-o y sinnero 
eomzon podia ser engaiiado; pero no indneido {L un evidente error contra. los Sagrados 
Ganones," etc. Solche Stellen, im lS. Jahrhundert ausgehend von einem Manne wie 
der Marqnis de San Phelipe, sind von nicht geringer Bedeutung für die Geschichte 
des Spanischen Geistes. 
909) Schon im Mai 1702 beklagte sich Philipp V. in einem Briefe an Louis XlV., 
dass die Spanier sich ihm in Allem widersetzten. „Je orois ötre oblige de vous dire 
que je nfaperqois de plus en plus du peu de zele que les Espagnols ont pour mon 
service, dans les petites choses comme dans 1es grandes, et qu'ils s'0pposent ä tout ce 
que je desire." Millot, Memoires de Noailles, II, 136. Der Widerwille der Spanier 
gegen die liberalen Reformen der Franzosen wuchs bis 1709, „se renovaron los antiguos 
odios entre las dos naciones, con tanto ardor, que deseaban las tropas Espaüolas el 
haber de combatir eon los Franceses." Bacallar, Oomentarios, I, 360. 
        

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