Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-975454
Bauten 
der 
Kreuzfahrer. 
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denken, dass der lateinische Künstler durch antike VVerke, die 
er auf seiner Wanderung kennen gelernt, angeregt Wurden Sei, 
Auch an den übrigen meist nur in Trümmern erhaltenen 
Kirchen sind Bögen und Fenster spitz, die Räume mit Ausnahme 
der byzantinisch construirten Kuppel durch rippenlose Kreuzge- 
wölbe gedeckt, Pfeiler und Scheidbögen meistens in rechtwinke- 
ligen Abstufungen profilirt, kurz im Wesentlichen, abgesehen 
von dem Mangel des Daches, einfache, ziemlich Strenge Formen 
des Uebergangsstyles angewendet. Die grösseren dieser Kirchen, 
namentlich St. Anna, die einzige vollständig erhaltene und 
St. Marie la grande, einst Cistercienser-Nonnen gehörig, 
haben ein aus wenigen, aber grossen, fast der Mittelschiffbreite 
gleichen Jochen bestehendes dreischiffiges Langhaus, ein nicht 
ausladendes Querschilf und drei äusserlich polygonisch gestaltete 
Apsiden. An beiden sind die Portale beachtenswerth; das von 
St. Anna spitzbogig, aber mit Rauten, Damenbrett und anderen 
romanischen Ornamenten neben dem antiken Eierstabe; das der 
Marienkirche dagegen rundbogig, aber schon nach der Weise des 
gothischen Styls mit den Figürcben der Monatsbeschäftigungen 
in der Kehle der Archivolte. Die Mehrzahl der übrigen Kirchen 
ist einschiflig. So das Kirchlein St. Peter, wo die viereckigen 
Pfeiler mit eingekerbten Ecksäulchen einen deutschen Einfluss 
vermuthen lassen, und St. Jacobus minor, wo statt der Kreuzge- 
wölbe ein Tonnengewölbe mit Stichkappen angebracht ist. Un- 
gewöhnlicher Anlage ist die ehemalige Klosterkirche der Himmel- 
fahrt auf dem Oelberge, jetzt eine Moschee, ein Achteck mit einem 
gleichen, von Kreuzgewölben gedeckten Umgange in spätroma- 
nischen Formen. 
Die zahlreichen, wenn auch häulig nur in Ueberresten oder 
als Moscheen erhaltenen Kirchen der andern Städte von Palästina 
weichen zum Theil von dem Typus ab, der in der Hauptstadt 
wiederkehrt. Einige, wie die jetzige Moschee, ehemalige Kathe- 
drale von Beiruth, oder die Kirche von Djebeil haben statt der 
Kreuzgewölbe ein spitzbogiges 'l'onnengeivölbe. Andere, wie 
die zu Sebasle in Samaria und die zu Lidda, haben bei sonstiger 
Uebereinstimmuug mit denen von Jerusalem einen etwas weiter 
entwickelten gothischen Styl, schmalere Gewölhfelder, kreuz-
        

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