Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-975448
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Kirche 
des 
h. Grabes. 
h. Grabkirche wurde, lmd die trotz aller barbarischen Entstel- 
lung noch immer wohl erkennbar ist. Er wurde im Jahre 1140 
begonnen, 1149, ohne Zweifel lange vor der Vollendung, ge- 
weiht, noch bis nach 1169 fortgesetztß), und besteht aus einem 
jener Botunde vorgelegten Kreuzschiffe, einem Vorraum des 
Chores und der halbkreisförmigen Chornisehe mit dem Umgange 
und drei Kapellen. Byzantinisch ist daran nichts als die Con- 
struction der Kuppel und Einzelnes in der Ornamentation." Der 
Vorraum des Chores hat Seitenschiffe, darüber eine mit hohen 
spitzbogigen Arcaden versehene Gallerie, und unmittelbar über 
derselben, da sie aus klimatischen Gründen und wegen des Holz- 
mangels das Dach entbehren konnte und musste, die Oberlichter. 
Auch in der Apsis, die von Doppelsäulen begrenzt und mit einer 
Halbkuppel gedeckt ist, läuft als Verbindung jener Gallerien ein 
freilich sehr viel niedrigeres Triforium herum. Der Umgang und 
die drei ihm mit breiten Zwischenräumen angelegten halbkreis- 
förmigen Kapellen sind grösstentheils durch ein ziemlich unge- 
schicktes Tonnengewölbe mit Stiehkappen gedeckt, alle andern 
Theile mit rippenlosen Kreuzgewölben. Alle Fenster endlich und 
fast alle Bögen sind spitz, so dass diese Form hier cousequenter 
angewendet ist, als im Mutterlande. Die Kapitäle sind zum Theil 
mit menschlichen Figuren oder mit diamantirten Bändern und an- 
dern ausschliesslich romanischen Ornamenten, zum 'l'heil aber nach 
byzantinischer Weise mit spröden Nachahmungen antiker Mo- 
tive, und alle Gewölbe mit noch theilweise wohl erhaltenen Mo- 
saiken geschmückt, an denen einige griechische, aber mehr latei- 
nische Inschriften, und einige Male sogar gereimte leoninische 
Verse vorkommen. Im Aenssern ist das Portal am südlichen 
Kreuzschiffe, jetzt der einzige Eingang, wichtig. Es besteht aus 
zwei aneinanderstossenden spitzbogigen Thüren, in ihren zurück- 
tretenden Ecken durch antike Säulen mit ganz byzantinischen 
Kapitälen, im Bogenfelde mit Mosaiken, an den Deckbalken aber 
reich mit Sculpluren, theils evangelischer Geschichten, theils von 
Bankengeflechten, geschmückt, die von abendländischen Händen 
stammen und ungewöhnlich schön sind. Man könnte fast daran 
dies alles aus den a. a. O. S. 
Vgl. übrigens daselbst Taf. VII. 
i) Wie 
hervorgeht. 
216 abgedruckten 
VIII. X. 
Inschriften
        

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