Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-975368
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Dalmatien. 
Auch S. Donato in Zaraä) ist eine byzantinische, jedoch 
sehr originelle Anlage; ein Rundbau, dessen Mittelraum oben zu 
hoher konischer Kuppel aufsteigend, unten von einem Umgange 
und einer demselben entsprechenden Empore umgeben ist, welche 
beide auf der Ostseite mit drei, eng an einander gerückten Apsiden 
ausladen. Die mittlere derselben ist durch zwei antike Säulen, 
welche vor ihr in dem Kreise der übrigens aus schweren Mauer- 
pfeilern bestehenden Stützen des Mittelbaues angebracht sind, als 
die Stätte des Altares bezeichnet, während die beiden andern ohne 
Zweifel nach griechischer Sitte zu den Vorbereitungen des Al- 
tardienstes bestimmt waren. Eine der Aussenmauer des Üm-x 
gangs sich anlegende Treppe führt aus einer unregelmässigen 
Vorhalle auf die Empore. Da Kaiser Constantin Pophyrogerletos 
(1- 975) die Kirche schon in ihrer jetzigen Gestalt beschreibt, muss 
sie aus sehr früher Zeit stammen. 
Eine ähnliche, etwas barbarische Originalität, die sich aber 
nicht mehr an byzantinische Vorbilder anlehnt, zeigt der Chor der 
jetzt in Ruinen liegenden Kirche S. Giovanni Battista in 
Arbe  Das Langhaus, eine einfache, flachgedeckte Basilika 
von ziemlich bedeutenden Dimensionen ist offenbar jünger als der 
Chor, welcher in Gestalt eines verlängerten Halbkreises von ge- 
ringerem Durchmesser als das Mittelschiff des jetzigen Lang- 
hauses, auf sehr viel kleineren und schwereren Säulen ruht und 
von einem breiten Umgange umgeben ist, der sonderbarerweise 
mit quergelegten, von Säule zu Säule reichenden Tonnengewölhen 
gedeckt ist. Da die gewaltig starke Aussenmauer bis zum 
Dache der Halbkuppel hinaufgeführt ist, bleibt über diesen Ge- 
wölben ein nicht unbedeutender leerer Raum, dessen Zweck 
nicht leicht zu errathen ist. 
Im Laufe des XI]. Jahrhunderts kam der romanische Styl 
in Aufnahme und zwar sofort in Formen, die sich den italienischen 
nähern. Das älteste bedeutende Bauwerk dieses Styls, ist der 
bald nach 1185 angelegte Dom zu  eine Pfeilerbasilika 
ä") Daselbst Tab. V. und S. 169,. 
magazin und ist sehr entstellt. 
M) A. a. 0. S. 156 und Taf. lV. 
m; A. a. 0. s. 196 m, Tab. x,- 
Die 
Kirche 
dient 
jetzt 
Militär- 
als 
-XIV
        

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