Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-975356
Bauten 
byzantinischen 
Styles. 
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sale, indem es, nachdem es einst römische Provinz gewesen War, 
später seine römische Bevölkerung so sehr verlor, dass es vom 
IX. oder X. Jahrhundert an bis heute ein ganz slavisches Land 
ist. Aber kunstgeschichtlich waren die Verhältnisse ganz andre_ 
Wenn auch die römischen Bewohner geflohen oder vertilgt 
waren, zeugten die Monumente, besonders der gewaltige Palast 
Diocletians zu Salona, von antiker Pracht, und während Ungarn 
seine Civilisation von Deutschen empfing, standen die Dalmatiner 
durch den Seeverkehr, auf den sie bei der Unfruchtbarkeit des 
schmalen, gebirgigen Landes angewiesen waren, mit Italien und 
mit dem oströrnischen Reiche in näherer Verbindung. In den 
frühern Jahrhunderten bestand sogar ein kirchlicher und ein, 
wenn auch oft unterbrochener und loser politischer Zusammenl- 
hang mit Byzanz, allmälig aber gewann die römische Kirche 
die Überhand, wodurch dann die Beziehungen zu Italien so stark 
wurden, dass Civilisation und Kunst mehr und mehr italienisches 
Gepräge erhielten. 
Die Zahl byzantinisirender Bauten ist geringer als man selbst 
nach diesem historischen Verlaufe annehmen sollte. Ausser 
einigen kleinen Kirchen in und bei Nona, welche einschiffig in 
der Gestalt des griechischen Kreuzes mit einer Kuppel auf der 
Vierung und bald mit reehtwinkeligem, bald mit halbkreisförmi- 
gem Abschluss der Kreuzarme erbaut sind, gehören dahin nur 
S. Barbara in Trau, die, dreischiflig und ohne Querarm, in der 
Bildung der Kapitäle und der hochgestelzten 'l'onnengewölbe by- 
zantinische Formgedanken zeigt, und endlich die ehemalige Klo- 
sterkirche S. Eufemia (jetzt zum Militärspital gehörig) zu Spa- 
lato, welche ebenfalls dreischiffig und mit Tonnengewölben ge- 
deckt, ein, jedoch nicht ausladendes Kreuzschitf und eine Kuppel 
auf der Vierung hatß), ähnlich wie S. Giuseppe zu Gaeta und 
S. Constanza zu Capriw). 
and Montenegro] gewähren keine wissenschaftlich ausreichenden Resultate. 
Unsere einzige Quelle ist daher bis jetzt der von zahlreichen Abbildungen 
begleitete Aufsatz von Eitelberger im Jahrbuch d. k. k. C. C. Bd. V. S. 131 ff., 
obgleich er, wie der Verf. bemerkt, nur das Resultat einer kurzen Reise 
ist, die nicht ausreichte, das Land in allen seinen Theilen zu durchforschen. 
k) Daselbst S. 183, 223, 255. 
H) S. oben S. 563. 
VII. 44
        

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