Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-975348
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Dalmatien. 
Sehr viel zahlreicher sind die Werke bemalter Holzplastik 
und der Tafelmalerei, besonders in Oberungarn, und vor allem in 
der Grafschaft Zips. Hier finden sich im Dome zu Kirchdranf 
drei Altarwerke dieser Technik, in der Jakobskirche zu Leutschau 
fünf, in Georgenberg sechs, in Nehre drei und zwar ausgezeich- 
net schöne; ausserdem in Kesmark ein trefllicher colossaler Cru- 
cifixus, in Ober-Repas zwei sehr schöne Statuen der Jungfrau 
Maria und des h. Nicolausib). Noch reicher ist die Kirche zu 
Bartfeld in der benachbarten Grafschaft Sarosch, indem sie zehn 
solcher Altäre besitzt, an denen nicht bloss das Schnitzwerk, 
sondern auch die Gemälde sehr gerühmt werden. Auch im Dome 
zu Kaschau sind mehrere solche Altäre, unter denen der Hoch- 
altar sehr bedeutend istidt). Dieser soll der Ueberlieferung nach 
aus Nürnberg hieher gesendet und ein WVerk W ohlgemuthis 
sein; bei den Altären jener andern nahe an der Grenze von Gali- 
zien gelegenen Städte aber glaubt man in dem Schnitzwerke und 
zum Theil auch in den Gemälden Verwandtschaft mit ähnlichen 
VVerken in Krakau wahrzunehmen und ist daher geneigt, sie 
Schülern desVeit Stoss zuzuschreiben reit]. Dies mag weiterer Prü- 
fung vorbehalten bleiben; indessen ist zu bemerken, dass auch der 
Styl des Veit Stoss der deutschen Schule angehörte, und dass 
die erwähnten oberungarischen Städte überwiegend von deutschen 
Colonisten bewohnt waren. Auch in Siebenbürgen sind solche 
Altäre mit Schnitzwerk und Goldgrundgemälden nicht selten, und 
dass sie nicht immer von Fremden ausgeführt wurden, ergiebt 
die Inschrift einer übrigens nicht grade ausgezeichneten Tafel in 
der Kirche zu Schweicher, auf welcher sich der Maler Paulus 
Sartorius aus der siebenbürgischen Stadt Kaisd nennt-f). 
DahnatienH) war vom XII. bis XV. Jahrhundert politisch 
mit Ungarn verbunden und hatte kulturhistorisch ähnliche Schick- 
 Daselbst V. 278. 
i") Daselbst III. 255 und II. 277. 
 Nicht ihm selbst, da die wenigen darauf erhaltenen Jahreszahlen in 
den Anfang des XVI. Jahrhunderts fallen, während er schon 1496 in Nürn- 
berg angesiedelt war. Baader's Beiträge S. 14. 
1-) Mitth. II. 215. 
11') Die Reisewerke von Cassas und Sir Gardiner Wilkinson (Dalmatia
        

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