Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-975335
Darstellende 
Kunst. 
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'I'estamente in der Krypta des Doms zu Fünfkirchen wird als 
sehr barbarisch geschildertii). Dasselbe gilt in noch höherem 
Grade von dem Relief einer Jagd an einem Kapitäle der Kirche zu 
Kis-BenyW-i), obgleich erst vom Anfange des XIII. Jahrhunderts, 
und selbst die Statuen am Portale von St. Jäk, frühestens vom 
Ende dieses Jahrhunderts, sind noch roh und ohne Eigenthiimlich- 
keit. Wandmalereien scheinen häufiger gewesen zu sein. Zu 
den ältesten werden die im Dome zu Weszprim gehören, von 
denen jedoch nur einige Apostelgestalten von gestreckten Ver- 
hälnissen und conventioneller Zeichnung, aus dem XII. oder 
XIII. Jahrhundert, von völliger Uebermalung frei gebliebensindßfri). 
Interessanter ist ein vom Jahre 1317 datirtes Wandgemälde in 
dem ältern Theile des Domes zu Kirchdrauf, auf welchem der 
König Carl Robert und sein Castellan nebst den damaligen geist- 
lichen Obern des Stiftes vor der Madonna kniend dargestellt 
sind-f). Die Jungfrau und das bekleidete Kind haben byzanti- 
nische Anklänge, aber im Ganzen ist die Zeichnung flüssig und 
ganz in der Weise gleichzeitiger deutscher Gemälde und Minia- 
turen behandelt. Die St. Jakobskirche zu Leutschau scheint ganz 
mit Wandgemälden bedeckt gewesen zu sein, von denen noch 
zwei Gruppen erhalten sind, beide wieder ganz deutschen Styls, 
die eine mit Darstellungen aus der Legende einer unbekannten 
Heiligen, wohl noch aus dem XIV. Jahrhundert, die andre, die 
sieben Werke der Barmherzigkeit und die sieben Todsünden, 
schon in den etwas gröberen naturalistischen Formen des XV. 
Jahrhunderts  Ueber den Styl des Wandgemäldes der Kreuzi- 
gung in der Kirche zu Hermannstadt fehlt es an Nachrichten; die 
undeutsche Orthographie des deutschen Namens Johannes Reze- 
naw, wie sich der Maler in der Inschrift vom Jahre 1445 nennt, 
macht es wahrscheinlich, dass derselbe von deutscher Abstam- 
mung aber auspolnischer oder magyarischer Gegend gewesen  
a) Eitelberger im Jahrb. I. S. 130, und besonders in den M. A. Kunst- 
denkm. I. S. 77. 
M) Mitth. vn. s. 263 und Taf. XI. 
i") Eitelberger im Jahrb. I. 115. 
T) S. d. Abbild. in den Mitth. VI. S. 927. 
 Beschreibung und Abbildungen in den Mitth. VII. S. 302, 325. 
 Mitth. I. 158.
        

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