Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-975271
Romanische 
Bauten. 
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dasselbe, um sie in einer gewissen Abhängigkeit. von sich zu er- 
halten. Sie standen nur in loser Beziehung zum Bischofe und 
hüteten sich sorgfältig in grössere Unterordnung zu ihm zu ge- 
rathen. Eben dadurch entging ihnen aber auch der geistige Ein- 
fluss und materielle Beistand, welcher den Kirchenbauten sonst 
von der höheren Geistlichkeit zu Theil wird, und sie waren ganz 
auf sich selbst, auf ihre eigenen mühsam erworbenen Mittel, auf 
ihr ganz unentwickeltes Schönheitsgefühl angewiesen. Dies 
spricht sich denn auch in der Erscheinung ihrer Kirchen aus. Sie 
sind ernst, streng, burgartig, arm an plastischem Schmucke. Jene 
Regungen des Darstellungstriebes, Welche die romanischen Bau- 
ten der andern Länder anziehend machen, fehlen gänzlich; man 
fühlt, dass die Phantasie in der harten Arbeit des Erwerbes er- 
lahmt ist. Glieder und Ornamente Wiederholen sich Jahrhunderte 
lang und die Styländerungen der deutschen Kunst gelangen nur 
sehr langsam und mit abgeschwächter Bedeutung hierher. 
Obgleich der romanische Styl sich sehr lange erhielt und 
einzelne Ueberreste desselben häufig vorkommen, sind ganz er-- 
halteue Kirchen desselben selten f). Vielleicht die früheste ist die 
für diese Gegend höchst charakteristische s. g. Burgkirche von 
M i chel sberg, wahrscheinlich bald nach 1223 errichtet, eine 
dreischiftige Basilika einfachster Art von gewaltiger Mauerdicke 
und von sehr geringer Länge mit drei Apsiden. Das Mittelschiff 
ist mit flacher Decke, die Seitenschiffe sind mit Tonnengewölben 
gedeckt, beide nur durch zwei sehr schwere und völlig ungeglie- 
derte Pfeiler und Rundbögen getrennt und durch sehr kleine, 
rundbogige Fenster beleuchtet. Alles ist massenhaft und ohne Zierde, 
nur die YVestseite hat einen bescheidenen, sehr würdigen Schmuck 
erhalten, indem ihr ziemlich stark, mit je vier Säulen vertieftes 
rundbogiges Portal auf jeder Seite von zwei niedrigeren, durch 
das fortgesetzte Kämpfergesims des Portals tangirten Arcaden 
eingefasst ist, so dass diese ganze Anordnung etwa die Hälfte 
der [Pacade füllt. Die Kirche zu Harina (Münchsdorf), wahr- 
scheinlich mit Unterstützung des Bischofs erbaut, erinnert ihrer 
Friedrich Müller, 
im Jahrbuch der 
S. 181. 
n 
bürgen 
Harina 
Sieben- 
S. 179. 
Baukunst des rom. Styls in 
III. S. 149 ff. Michelsberg
        

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