Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-975258
Dom 
ZU 
Agram. 
679 
die Mongolen war der Bischof, wie wir urkundlich erfahren, im 
Jahre 1272 beschäftigt, ihn glänzend „opere magnifico et sump- 
tuoso" herzustellen, und höchst wahrscheinlich hat dieser Bau 
auch auf den gegenwärtigen einen bedeutenden Einfluss geübt, 
Dies zeigt sich zunächst an der Westfacade, welche nicht nur 
wie jene ungarischen Kirchen des XIII. Jahrhunderts die Anlage 
von zwei massigen quadratischen 'l'hiirmen, sondern auch ein- 
Portal enthält, welches dem von St. Jäk in auffallender WVeise 
entspricht, indem es sogar an dem Spitzgiebel die aufsteigende 
Reihe von kleeblattförmigen Nischen mit Statuen erhalten hat. 
Allerdings sind viele Theile dieses Portals im zopiigen Style des 
XVIII. Jahrhunderts ausgeführt, die meisten aber entschieden 
romanisch, so dass wir gewiss nicht eine an sich unwahrschein- 
liche Nachahmung jenes Portales von St. Jäk aus der Zopfzeit, 
sondern nur die Ergänzung des theiltveise zerstörten alten Por- 
tales vor uns haben. Die dahinter gelegene Kirche ist, vielleicht 
auch im Anschluss an den älteren Plan, dreischifiig, ohne Quer- 
arm und mit drei, jedoch nicht halbkreisförmigen, sondern poly- 
gonischen Apsiden schliessend, aber aus verschiedenen Bauzeiten. 
Die vier westlichen Joche bilden einen Hallenbau, dessen schlanke, 
rautenförmige, mit vier Diensten versehene Pfeiler auf ihren, so- 
weit sie ausgeführt sind, recht edeln Blattkapitälen reich proiilirte 
Rippen des einfachen Kreuzgewölbes tragen, und deren sehr hohe, 
zweitheilige Fenster mit spätgothischem Maasswerk in Fisch- 
blasenmustern geschmückt sind. Die östliche Hälfte der Kirche 
dagegen hat niedrigere Seitensehiffe und regelmässig gebildete 
Bündelpfeiler mit polygonen Sockeln und mit vier stärkeren und 
vier schwächeren Diensten. Jener westliche 'l'heil wird daher 
vom Anfange des XV., dieser östliche dagegen schon aus der 
ersten Hälfte des XIV. Jahrhunderts stammen. Er hat indessen 
vielleicht schon im XV. und dann noch ein Mal im XVII. Jahr- 
hundert viele Aenderungen erlitten, welche die YVirkung des ur- 
sprünglichen Baues bedeutend beeinträchtigen. 
Eine eigenthümliche Stellung nimmt Siebenbürgen ein, 
weil sich hier deutsche Colonisten selbstständig und unvermischt, 
aber allerdings unter schwierigen Verhältnissen erhielten. Das 
durch den Zusammenstoss verschiedener roher und feindlicher
        

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