Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-975068
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Polen. 
seiner noch jetzt erkennbaren kräftigen Befestigung, mit zahlrei- 
chen Thürmen, prächtigen Kirchen und grossartigen alten Ge- 
bäuden sich an den Bergen des Weichselthales malerisch erstreckt, 
und noch sehr bemerkenswerthe Monumente enthält. Das älteste 
derselben ist der Dom ä), welcher im Aeussern vielfach entstellt, 
im Innern verschiedene Bauzeiten erkennen lässt. Die Krypta, 
welche in Folge einer Veränderung des oberen Baues jetzt unter 
dem Langhause liegt, mit rohen Würfelkapitälen und Basen mag 
noch aus der Gründungszeit, dem XII. Jahrhundert, stammen, 
während die Kirche dem XIV. angehört. Sie ist kreuzförmig mit 
niedrigen Seitenschiffen, welche auch um den rechtwinkelig 
schliessenden Chor als Umgang fortgesetzt sind. Die Pfeiler, im 
Wesentlichen achteckiger Gestalt und ziemlich schwer, sind mit 
feinprolilirteu Gliederungen versehen, welche ohne Kapitäle in die 
weitgespannten Scheidbögen und die Gewölbgurten übergehen. 
Sehr eigenthümlich und gelungen ist die Anordnung der oberen 
Wand, indem das dicht unter dem Schildbogen stehende, als 
Blende bis auf das Gesims über dem Scheidbogen herabgeführte 
Oberlicht mit zwei daneben angebrachten blinden Maasswerk- 
fenstern eine ziemlich reiche, das Wandfeld fiillende Gruppe bil- 
det. In der zweiten bedeutenden Kirche der Stadt, der Frauen- 
kirch e, ist das dreischiflige Laughaus mit schlankeren V erhält- 
nissen, aber schweren Details dem Dome nachgebildet, der Chor 
aber, in dessen tief herabgehenden Fenstern noch herrliche Glas- 
gemälde erhalten sind, einschiffig, mit Sterngewölben gedeckt 
und mit drei Seiten des Achteckes geschlossen. Auch die D0- 
minicanerkirche, mit rechtwinkeligem Chore und reichem 
Sterngewölbe des dreischifligen Langhauses, hat ähnliche schwere 
Detailformen und wird im XV. Jahrhundert errichtet sein, wobei 
man aber den zierlichen Fries von sich durchschneidenden Spitz- 
bogen, welcher am Chore unterhalb der jetzigen Dachhöhe vor- 
kommt, und das schöne, im besten Style der Ziegelarchitektur 
erbaute Westportal aus dem älteren Bau beibehielt  Jener Fries 
gleicht so sehr dem an der Dominicanerkirche zu Breslau, dass 
 Vgl. den Bericht von Essenwein 
christl. Kunst VIII. (1858) S. 1 ff. 
M) Mitth. a. k. k. 0. C. 11. s. 17. 
nebst Abbildungen 
im 
Organ 
für
        

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