Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-975002
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Schottland. 
Kannelluren umgebenen Rundsäulen. Schon dies ist ziemlich 
barock, aber doch noch mässig in Vergleich mit dem östlichen 
Theile des Gebäudes, der durchweg in der Höhe der Seitenschiife 
gehalten ist. Hier sind die Pfeiler stärker, mächtiger, reicher ver- 
ziert, der eine, der Gruft zunächst stehende, mit spiralförmig 
herumlaufenden Blumenkräinzen, die Arcaden sind mit Zucken- 
bögen besetzt, die Gewölbe als Kreuzgewölbe mit herabhängen- 
den trichterartigen Schlusssteinen, die Kapitäle, Basen, jene Bal- 
ken, auf denen die Seitengewölbe ruhen, mit üppigem Blattwerk 
oder mit historischen Reliefs verschwenderisch und oft an auf- 
fallenden Stellen geschmückt, die Fenster mit verschlungenem 
Maasswerk gefüllt. Alles in stets wechselnder und in höchst 
wunderlicherFormbildung. Das Aeussere ist weniger bizarr, und 
gleicht mehr einem gewöhnlichen spätgothischen Gebäude, das 
freilich mit Statuen auf sehr barocken Säulen und unter Balda- 
chinen, mit Fialen und Strebebögen in höchster [Teberlatlung ge- 
schmückt ist. Man hat gezählt, dass dreizehn verschiedene Bogen- 
formen, ganz flache, halbkreisförmige, mehr oder Weniger spitze, 
an dem kleinen Gebäude vorkommen, dessen kunsthistorisches 
Interesse überhaupt wesentlich darin besteht, dass es zeigt, was 
in der Einsamkeit dieser nordischen Gegenden willkürliche Laune 
sich erlauben durfte, und wie leicht dieselbe phantastische Rich- 
tung, welche einst grossartig kühne Dichtungen erzeugt hatte, 
in der Architektur zu Verirrungen führen konnte. 
In Norwegen erhielt sich der englische Einfluss, Welchen 
wir dort an den romanischen Bauten schon früher beobachtet ha- 
ben  auch unter der Herrschaft des gothischen Styls, den wir 
an der Cistercienserkirche zu Hovedö en, in der Nähe von Chri- 
stiania, noch in Uebergangsformen, an dem geraden Chorschluss 
4'] Bd. IV. 2. S. 435 if. Das seitdem begonnene Werk: Mindesmerker 
af Middelalderens Kunst i Norge (Denkmäler der Kunst in Norwegen, 
herausgegeben vom Verein zur Bewahrung der norwegischen Denkmäler] 
mit Text von N. Nicolaysen, Ghristiania 1855, nennt als bemerkenswerthe 
romanische Basiliken Norwegens, ausser den von mir dort angeführten zu 
Granevolden und Stavanger, die Marienkirche zu Bergen und die Land- 
kirchen zu Aker und Ringsaker. Besonders bemerkenswert): ist die letzte,
        

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