Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-974969
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Schottland. 
eben so starke, aber sehr viel höhere und dadurch Schlanker 
erscheinende Säulen, von denen etwa auf halber Höhe ihres 
Stammes die Scheidbögen ausgehenit). 
Der gothische Styl kam ziemlich frühe auf und zwar im 
Wesentlichen mit englischen Formen. Die Dienste sind auch hier 
als dünne, zarte Säulchen, die Kapitale tellerförmig gestaltet oder 
später mit üppig herabhängendem Blattwerk geschmückt, die 
Bögen überwiegend in Lancetform, die Gewölbe frühzeitig mit 
der Scheitelrippe versehen, der Chor ist mit gerader, meistens 
durch mehrere Reihen von Lancetfenstern strahlend beleuchteter 
Wand geschlossen. Dabei aber gestatten sich die schottischen 
Meister grössere individuelle Freiheit, sie erlauben sich Rund- 
bögen einzumischen, und vermeiden die abstracte Consequenz der 
englischen Schule. Zu den frühesten gothischen Bauten gehört 
die ganz im Norden, in der Grafschaft Murray gelegene, schon 
1223 gegründete Kathedrale von Elgin. Aus dieser ersten Bau- 
zeit ist aber nur der südliche Kreuzarm erhalten, in welchem von 
den zwei Fensterreihen an seinen Wänden die untere lancetför- 
mig, die obere aber rundbogig ist. Der Chor, der nach einem 
Brande von 1270 neugebaut wurde, ist in reiferem englischen 
Style, mit glänzend ausgestatteter Schlusswand, und das noch 
jüngere Langhaus gehört zu den schönsten golhischen Kir- 
chen Sch0ttland's. 
Die grösseste derselben ist die Kathedrale zu Glasgow, 
welche im Jahre 1240 und wahrscheinlich zuerst mit der gewal- 
tigen, zum Theil durch das abschüssigeTerrain bedingten Krypta 
begann. Die Kirche selbst hat, abgesehen von einigen Nebenge- 
bäuden, die Gestalt eines einfachen, sehr gestreckten Bechteckes, 
indem das KreuzschiH nur durch seine grössere Höhe bezeichnet 
ist und auch der niedrige Umgang um den Chor rechtwinkelig 
endet. Bemerkenswerth sind die Oberlichter des Chors, indem sie 
in einer Weise, wie es in England kaum vorkommen dürfte, aus 
drei fast gleich hohen, vereinzelten, aber von einem grösseren 
Bogen umschlossenen Lancetfenstern bestehen, über denen dann 
das ziemlich grosse Bogenfeld durch drei sehr wunderlich gebil- 
dete, maasswerkartige Oeffnungen durchbrochen ist. 
e) m. v. s. 237, 238.
        

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