Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-974896
Batalha. 
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imponirend. Indessen lässt sich nicht läugnen, dass die Gleich- 
heit der Seitenschilfe und die vielfache YVie-derlmlung derselben 
Pfeilerformen mit ihren durchweg gleichen Diensten dem Ganzen 
etwas Monotones geben und die lebensvolle Verschiedenheit un- 
serer nordischen Kathedralen vermissen lassen. 
Alle jene Publikationen, aus denen Wir unsere Kenntniss 
der mittelalterlichen Kunst auf der Halbinsel schöpfen, halten sich 
in den politischen Grenzen von Spanien, Während für Portugal 
allgemeine WVerke dieser Art nicht existiren. Indessen ist soviel 
gewiss, dass auch hier, wie in Spanien, die abendländische Kunst 
des Nordens in allen ihren Stadien Anwendung fand, dass jedoch 
von den meisten dieser Gebäude in Folge von Erdbeben oder 
anderen Ursachen nur geringe Ueberreste erhalten sind, und 
das einzige Monument Portugals, von dem architektonische 
Zeichnungen publicirt sind, auch zugleich der Wichtigste Ueber- 
rest des Mittelalters in diesem Lande ist. 
Es ist dies die Klosterkirche Batalhait], welche König 
Johann l. zum Andenken an den hier in der Schlacht von Alju- 
barrota erfochtenen Sieg über die Castilianer, wahrscheinlich sehr 
bald darauf, etwa 1386, stiftete und die im Laufe des folgenden 
Jahrhunderts vollendet wurde  Die Anlage ist eine durchaus 
klare und regelmässige; ein dreischiftiges Langhaus von acht 
Jochen, ein um die Breite der Seitenschiife ausladendes Kreuz- 
schiif, an das sich in Osten fünf tiefe, den drei Schitfen und der 
Ausladung des Kreuzschiffes entsprechende, polygonförmig ge- 
schlossene Nischen anlegen, von denen die mittlere, mit fünf 
Seiten des Zehnecks über die Flucht der andern hinaustretend, 
den Chor bildet. VVie die Anlage ist auch die Ausführung präcis 
und klar. Die schlanken, Wohlgebildeten Pfeiler, in Abständen 
von mehr als der halben Breite des Mittelschiffes aufgestellt, sind 
 Murphy, Plans, elevations and views of the church of Batalha. Da- 
nach Faqade und Grundriss in Kuglefs Atlas, Taf. 58. 
"j Nach den bei Raczynski, Les arts en Portugal, Paris 1846, S. 225, 
aus dem Werke des Frey Francisco de S. Luiz über Batalha (1827) ab- 
gedruckten urkundlichen Notizen kommen schon seit 1448 Ausgaben für 
Glasmalereien vor. 
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