Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-974819
Dom 
Zll 
Toledo. 
635 
eine ungleiche Zahl nach der Mitte zu steigender Arcaden, die des 
Seitenschiifes des geringen Raumes wegen als Rosetten mit ein- 
fachem Maasswerk gebildet. Die 'l'riforien endlich bestehen in 
viereckiger Einrahmung aus sieben auf gekuppelten Säulchen ru- 
henden Arcaden, und zwar im Mittelschiffe von doppelten, gleich- 
sam übereckgestellten Kleeblattbögen, in den SeitenschiHen aber 
von den in den maurischen Bauten Spanienis so sehr beliebten 
steilen fünf blätterigexi Zackenbögen. Die in Toledo vorherr- 
schende Neigung zu maurischenDetails macht sich also hier mit- 
ten im gothischen Bau und, da in jenen Kleeblattbögen Statuen 
und Büsten angebracht sind, in Verbindung mit der den Arabern 
versagten Plastik geltend. Von der Vierung an wird der Styl 
reiner; die Triforien bestehen auf jedem Joche aus zwei Doppel-- 
öffnungen, wenn auch noch zum Theil in Kleeblattform, die Ober- 
lichter ebenfalls aus zwei Doppelöffnungen mit einer Rosette im 
Bogenfelde. Noch weiter nach VVesten verschwinden sogar die 
'l'riforien, während die Fenster höher und sechstheilig, aber auch 
hier noch mit sehr strengem geometrischem ltlaasswerk gefüllt 
sind. Ueberhaupt macht die Kirche vermöge der grossen Zahl 
ihrer reichgegliederten Bündelpfeiler, der weitgesehwungenen 
kräftigen Rippen des einfachen Kreuzgewölbes, bei der anstei- 
genden Höhe ihrer Schiffe und den wiederholten Oberlichtern 
einen durchaus würdigen, ernsten Eindruck, dem jene rnaurisch 
gebildeten 'l'riforien nicht widersprechen, indem auch sie mit den 
so sonderbar aus dem Dunkel ihrer Oeffnungen vertretenden pla- 
stischen Gebilden eher einen ernsten, sogar trüben Charakter 
haben. Ausser diesen beiden grossen Kathedralen werden zahl- 
reiche andere gothische Bauten, besonders in den nördlichen Pro- 
vinzen, noch dem XIII. Jahrhundert angehören, in denen dann 
jener Anklang an das Maurische, der sich in Toledo einstellte, 
nicht weiter bemerkt ist. Ich begnüge mich, die alterthümlich 
strenge Kathedrale von Cuenca, die Pfarrkirchen von S. Gil und 
S. Esteban zu Burgos zu nennenit).  
land in der Klosterkirche zu Bronnbach. Beispiele aus Schlettstadt, Poissy 
und Langres giebt Viollet-le-Duc ll. 134. 135. 138. 
Ü S. Gil s. bei Guhl in dem Aufsatze über Burgos. Bei Villa Amil 
gehören hieher S. Esteban I. 91, die Kreuzgänge oder Vorhallen von Huerm
        

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