Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-974780
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Spanien. 
doppelt so breit wie Pfeilerabstand und Seitenschiffe, im Westen 
schon ursprünglich auf die Anlage zweier Thürme berechnet, ein 
Krenzschiff von Mittelschilfbreite, der Chor innerlich von fünf 
Seiten des Zehnecks begrenzt, mit einem Umgange und ursprüng- 
lich mit dem Kranze von fünf Kapellen, die nur dadurch von fran- 
zösischer Sitte abweichen, dass ihre Polygonschlüsse nicht zwi- 
sehen die Strebepfeiler, sondern an das äusserste Ende derselben 
gelegt, die Kapellen also sehr viel tiefer gehalten sind. Der Chor- 
schluss erscheint als der älteste Theil, das Maasswerk der-Kapel- 
lenfenster ist primitivster Art, die Dienste des Umganges sind ro- 
manische Säulen mit verzierten Stämmen und korinthisirenden Ka- 
pitälen. ßAlle übrigen Pfeiler sind dagegen runden Kerns, die am 
Chore mit acht, die im Schiffe mit zwölf Diensten, welche auch 
zu den oberen Gewölben hinaufsteigen, aber wie in den früheren 
französischen Bauten durch die unteren Kapitäle unterbrochen sind. 
Die Arcaden bilden gedrückte Spitzbögen mit sehr einfacher Pro- 
filirung, das Triforium mit fünf kleinen, von einem grössem Spitz- 
bogen umspannten Arcaden und mit einzelnen Rosetten im Bogen- 
felde ist ziemlich schwerfällig, die Oberlichter sind nur zweithei- 
lig, und die Kreuzgewölbe einfachster Art mit wenig entwickelter 
Bildung der Rippen. Das Ganze trägt daher den Charakter früher 
Gothik. Auch im Aeussern deuten alle älteren Theile auf solche 
Frühzeit, die unverzierten Strebebögen, das Portal des nördlichen 
Kreuzschiffes mit seiner Statuenreihe zwischen streng stylisirten 
Säulen, das über demselben betindliche dreitheilige, des Maass- 
werks entbehrende Fenster. Die westliche Facade, die leider 
durch eine unglaubliche Barbarei des Domkapitels im Jahre 1794 
ihres Portalschmuckes beraubt ist, erinnert, abgesehen von den 
Thürmen in ihrer strengen und kräftigen Haltung, noch an die von 
Bheims. Bei der künstlerischen Bedeutung der zum Theil auf 
Kosten des älteren Baues später hinzugefügten Kapellen oder bei 
der berühmten Kuppel, welche nach dem Einsturze einer älteren 
Anlage im Jahre 1539 durch den Burgunder Philipp von Vigarni 
hergestellt wurde, darf ich mich hier nicht aufhalten, um zu der 
zweiten nicht minder berühmten, etwa gleichzeitigen Kathedrale 
überzugehexi, zu der von Toledo. Auch ihre Gründung fiel in 
die Regierung Ferdinand? des Heiligen, wenig später als die
        

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