Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-974701
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Spanien. 
kunstgeübten Händen fehlte, Meister und Werkleute von dorther 
beriefen. In einzelnen Fällen wird dies von den Chronisten aus- 
drücklich erzählt, wie bei der Kathedrale von Taragona, welche 
ein Graf Robert aus der Normandie, dem der Erzbischof diese 
den Mauren abgenommene Stadt zu Lehn übertragen hatte, seit 
1131 mit normannischen Arbeitern erbaute. In andern schliessen 
spanische Schriftsteller aus dem Namen des Baumeisters auf einen 
auswärtigen Ursprung, wie bei jenem Pedro Vitamben, der im 
XI. Jahrhundert die geräumige, aber finstere Kirche S. Isidoro zu 
Leon erbaute. In noch andern endlich ist es wenigstens sehr 
wahrscheinlich, wie z. B. bei der Herstellung der von den Arabern 
zerstörten Städte Salamanca, Avila und Segovia, welche Alonso lV. 
 1109) seinem Eidam, dem Grafen Ramon von Burgund 
übertrug, dem überdies bei der Kathedrale von Salamanca ein 
französischer Bischof zur Seite stand. Jedenfalls deutet die grosse 
Mannigfaltigkeit der Formen in den Bauten des XII. Jahrhunderts 
auf solche vereinzelte Einflüsse hin. Die Kathedrale von Tara- 
gona ist im Wesentlichen ein nordfranzösischer Bau; breite, 
eckige Pfeiler, ringsum mit halbsäulenartigen, auf der Frontseite 
verdoppelten und hoehhinaufsteigenden Diensten besetzt, tragen 
die Rippen des Krenzgewölbes und die weitgespannten, wohl- 
proülirten Seheidbögen. Diese sowohl, als die übrigens schon 
schlank gebildeten Fenster sind rundbogig. Auf der Vierung 
erhebt sich eine achteckige Kuppel, die Apsis des Chors ist 
aber halbkreisförmig. Man darf annehmen, dass der Bau im 
Laufe des XII. Jahrhunderts unter fortdauerndem französischem 
Einflusse langsam fortgeschritten ist; und seine Faeade mit dem 
spitzbogigen mit Bildwerk und phantastischem Spitzgiebel aus- 
gestatteten Portale erst im XIII. Jahrhundert erhalten hatik). Sehr 
ähnlich scheint die Kathedrale von Salamanea, dieaauch in der 
Behandlung der Kapitäle die nordfranzösische Schule erkennen 
lässt M). In Seg ovia lassen die Kirchen S. Millan, S. Lorenzo, 
 Zeichnungen bei de Labordo p. 60, 61 und danach die Innenansicht 
in GuhPs [Lübke's) Atlas p. 42. Kugler's Vermuthuxxg (Gesch. d. Bau- 
kunst II. S. 236), dass ursprünglich ein Tonnengewölbe beabsichtigt sei, 
ist nicht unwahrscheinlich. 
 Monlllnentos Lief. 18.
        

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