Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-974653
Volkscharakter. 
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nahm, doch klug und fest gering gewesen war, seine deutsche 
Verfassung und Gesetzgebung aufrecht zu erhalten und selbst 
den Romanen annehmbar zu machen, und endlich wird auch die 
Sinnesweise der Keltiberier dabei wesentlich mitgewirkt haben, 
Welche nach den römischen Geschichtschreibern schon etwas 
Ritterliches, eine strenge, hohe Begeisterung und Aufopferungs- 
Fähigkeit, einen edlen Stolz gehabt zu haben scheinen. 
Welches aber auch der Grund sein mag, der dem germani- 
schen Elemente hier solche Bedeutung gab, jedenfalls tritt das- 
selbe wie im Leben, so auch in der Kunst hervor, und Spanien 
steht bei dem Gegensatze zwischen Italien und den übrigen 
abendländischen Völkern auch hier auf der Seite der letzten. 
Dies ist in der Poesie augenscheinlich und anerkannt, liegt aber 
in den bildenden Künsten ebenso deutlich zu Tage, indem sie ganz 
dem Stufengange der verschiedenen Style folgen, welchen wir bei 
den nordischen Nationen beobachtet haben. Spanien verhält sich 
dabei allerdings mehr ernpfangend als schöpferisch, indessen 
bringt doch das lebendige Naturell der Nation sofort manche 
Eigenthümlichkeiten hervor, deren Beleuchtung schon jetzt von 
grossem Interesse ist, obgleich die sehr unvollkommenen Vorar- 
beiten, welche wir dem erst seit Kurzem erwachenden Verständ- 
niss der Spanier für mittelalterliche Kunst verdanken i] uns den 
 Den früheren spanischen Schriftstellern Ponz, Llaguno, Bermudez 
u. s. w. und selbst noch Alex. de Laborde (Voy. pitt. et hist. de PESpagne 
4 Vol. fol.) fehlte das Verständniss mitteralterlicher Kunst zu sehr, als 
dass ihre Beschreibungen einen erheblichen Nutzen gewähren könnten. In- 
dessen finden sich in dem letztgenannten Kupferwerke einige gute Abbil- 
dungen. Besser unterrichtet ist D. Perez de Villa-Amil, dessen Espaiia 
artistica y monumental, 1842, eine reiche Sammlung sehr interessanter, aber 
leider nur malerischer und nach malerischen Rücksichten gewählter archi- 
tektonischer Bilder enthält. D. Josä Gaveda (Geschichte der Baukunst in 
Spanien, übersetzt von Paul Heyse, Stuttg. 1858] hat das Verdienst, die 
erste, wie es scheint ziemlich vollständige Uebersicht der Bauwerke seines 
Vaterlandes und zwar in historischer Gruppirung zu geben. Indessen fehlte 
auch ihm die Kenntniss der mittelalterlichen Baukunst in ihren Heimaths- 
ländern und seine Bezeichnungen sind bei dem Mangel erläuternder Abbil- 
dungen nicht immer klar. [Die der Uebersetzung beigefügten Holzschnitte 
nach Villa-Amifs malerischen Ansichten können diesen Mangel nicht ersetzen.) 
Seine Arbeit war ursprünglich ein Bericht an die Regierung (1848), welcher 
der beabsichtigten und seitdem in prachtvoller Weise begonnenen Publication
        

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