Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-974573
Malerei. 
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Messina zu errichtenden Grabmale eines Fremden bediente, des 
Gregorius de Gregorio aus Siena, und der einfache, aber mit der 
wohlgebiltleten Gestalt des Erzbischofs und mit vier schönen Re- 
liefs der Verkündigung und Anbetung der Könige, der Geisse- 
lung und Kreuzigung Christi geschmückte Sarkophag, auf wel- 
chem sich dieser sonst unbekannte Künstler nennt k), ist in der 
That seit den Tagen der Antike das erste wirkliche Kunstwerk 
der Plastik in Sicilien. Allein es scheint nicht, dass es eine Wir- 
kung hervorbrachte und erst in der Zeit der Renaissance kam auch 
die Sculptur hier wieder in Aufnahme. 
Mit der malerischen Technik stand es insofern ganz an- 
ders, als sie wenigstens im XII. Jahrhundert Ausgezeichnetes 
leistete. Die Mosaiken der Kathedrale von Cefalu, der Capella 
palatina zu Palermo, des Doms zu Monreale, ebenso einige Fres- 
ken, hauptsächlich die der unterirdischen Kapelle S. Marziano 
bei den Katakomben S. Giovanni zu Syrakus sind zwar byzanti- 
nischen Styls, aber dabei von hoher Schönheit, den edelsten VVer- 
ken dieses Styls an die Seite zu stellentlolt). Es ist zwar wahr- 
scheinlich, dass die Meister, welche die ersten dieser Arbeiten 
verzeichneten und leiteten , herbeigerufene kunstreiche Grie- 
chen waren, aber es ist ausser Zweifel, dass durch sie eine 
bleibende, zahlreiche, einheimische Schule begründet wurde, 
deren Leistungen alles übertrafen, was Italien damals auf- 
zuweisen vermochte. Man hätte nun erwarten können, dass die 
Malerei vermöge dieser Vorstudien und unter der Anregung, 
welche die gerade von hier ausgehende nationale Poesie ihr gab, 
die traditionellen Schranken durchbrochen und ihre Kunst zum 
treuen Ausdrucke des eigenen, einheimischen Gefühles gemacht 
haben würde. Allein es scheint nicht, dass dies geschah; die sici- 
lianischen Schriftsteller bemühen sich zwar durch die Aufzählung 
einiger in Urkunden gefundenen Namen und der von den Chro- 
nisten erwähnten Malereien auch ihrer Insel einen Antheil an dem 
Aufschwnnge der italienischen Kunst zu vindiciren , sie glauben 
auch in einigen Ueberresten Spuren freierer Formbildung zu 
a) Ob er, wie de Marzo II. S. 299 vermuthet, mit dem von Cicog- 
nara III. 297 erwähnten Goro de Gregorio identisch ist, welcher1323 die 
Urna di S. Cerbone im Dome zu Masse vollendete, muss dahingestellt bleiben. 
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) De Marzo II. S. 19, 165. 39g
        

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