Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-974517
cilien 
nach 
der 
Normannenzeit. 
605 
ihre Blüthe unter den normannischen Königen schon früher be- 
trachtet haben, nur noch Weniges zu berichten; sie gab von da 
an bis zu dem widerstandslosen Eindringen der Renaissance nur 
Wenige Lebenszeichen. Die Ursachen dieses Stillstandes liegen 
auch hier nicht so ausschliesslich, wie man gemeint hat, in den äus- 
sern Schicksalen. Allerdings war die Zeit Heinrichs VI. und des 
blutigen grausamen Kampfes, durch den er die Empörung der 
normannischen Grossen niederschlng, dann weiterhin die der 
drückenden Herrschaft der Anjou's, der SiCiiitiUiSChElI Vesper 
(1282) und die darauf folgende, wo die Sicilianer durch die Ge- 
fahr neuer Unterjochimg in Aufregung und Spannung gehalten 
Wurden, der Kunst nicht günstig, und unter den aragonischen 
Königen schwächte-n die gesteigerten Ansprüche der mächtig ge- 
wordenen Aristokratie das Königthum und erzeugten wiederholte 
Bürgerkriege. Aber zwischen jenen kurzen Stürmen lagen die 
milden und kunstliebenden Regierungen der Königin Constanza, 
Friedrichs und Manfreds, und kriegerische Unruhen sind, wie 
die Geschichte aller Länder beweist, nicht nothwerldig Hinder- 
nisse künstlerischer Thätigkeit. Wichtiger war schon, dass die 
freigebige Frömmigkeit der normannischen Könige dem kirchli- 
chen Bedürfnisse für lange Zeit genügt hatte, noch wichtiger aber 
ein anderer, tiefer liegender Grund. Jene frühe Kunstblüthe hatte 
das Land in künstlerischer Beziehung isolirt. Das Produkt sehr 
eigenthümlicher Verhältnisse, namentlich der damals unerhörten 
Toleranz, mit der Griechen, Italiener, Araber und Normannen hier 
neben einander wohnten und ihre Anschauungen austauschten, 
war sie auswärts, selbst in dem benachbarten und politisch ver- 
bundenen Königreich Neapel, unverständlich, der einheimischen 
Bevölkerung aber so zusagend, dass dieselbe das Bedürfniss 
Weitern Fortschreitens verlor. Ihre Kunst enthielt ja schon Ele- 
mente aller der Style, von denen die verschiedenen Gegenden des 
italienischen Festlandes angeregt wurden selbst das Gothische 
übte hier keinen Reiz aus, man durfte glauben, es, so weit es hier 
das letzte historische Daten von einiger Zuverlässigkeit giebt, ist jetzt das 
trotz zahlreicher Mängel dankenswerthe Werk von Giaechino de Mai-z o, 
Delle belle arti in Sicilia dai Normanni sino alle fine del Secolo XIVI, 
2 Bde. mit 26 Taf., Palermo 1858, anzuführen.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.