Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-974413
Eherne 
Thüren. 
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heiliger Gestalten noch in byzantinischerZeichnung und in Niello 
gegeben. Aber schon jener fügte mehrere Medaillons theils mit 
sehr zierlichen, durch Vögel und andere Thiere belebten Band- 
verschlingungen, theils mit maurischen Verzierungen hinzu, und 
dieser wusste seiner Thüre durch die Gliederung der einrahmen- 
den Stäbe und durch die in grosser Zahl angebrachten kräftig 
hervorragenden Löwenköpfe und Drachen einen plastischen Cha- 
rakter zu geben, der sie scharf von jener flachen griechischen Ar- 
beit unterscheidet. Bei dieser Sicherheit des Formens ist es be- 
greiflich , dass man nun auch die heiligen Gegenstände, so _Wie 
man es in der Steinsculptur gewohnt war , in vollem Belief zu 
haben wünschte. Wann dies zuerst geschehen, Wissen wir nicht, 
wohl aber finden wir nun, allerdings etwa fünfzig Jahre späterß), 
einen Meister Barisanus zu Trani, der, wie es scheint, für 
diese Technik berühmt War, indem er drei solcher 'l'hüren, zum 
Theil von kolossaler Grösse, mit Bildwerk in starkem Relief lie- 
ferte , die erste für den Dom seiner Vaterstadt, eine zweite im 
Jahre 1179 für den von Ravello und die dritte Wahrscheinlich 
noch etwas später für den von lilonrealeßm). Die für die erste 
dieser Thüren gebrauchten Formen sind auch für die andern be- 
nutzt und dabei, wenn eine grössere Zahl von Feldern erforder- 
lich war, theils mehrmals wiederholt, theils auch durch andere 
vermehrt. Die Darstellungen bestehen thcils in sitzenden Apo- 
steln und Heiligen, theils in Hergängen aus der heiligen Geschichte, 
Ü Dass der Erzguss inzwischen nicht ganz ruhte, ergiebt dasxDatum 
von 1159, welches sich auf einer, später untergegangenen Thiir an der 
Martinskirohe zu Benevent befand. II. 314, 323. 
M] S. bei Schulz I. S. 116 ff. die vergleichende Beschreibung aller 
drei Thüren und auf Taf. 20 bis 25 zahlreiche vortreifliche Abbildungen aus 
denselben. Die Priorität der Thiire von Trani ist dadurch ausser Zweifel 
gesetzt, dass sie allein oben halbkreisförmig schliesst, während die andern 
viereckig sind, und dass nun die beiden dieser Rundung angepassten Engelf 
figuren mit naiver Ergänzung der fehlenden Ecke an den beiden andern 
Wieder vorkommen. Die Thüre von Monreale dürfte nach der Geschichte 
dieser Kirche später sein, als die von Ravello, deren Inschrift die Jahres- 
zahl 1179 ergiebt. Der Name Barisanus Tranensis findet sich auf den 
Thüren von Trani und Monreale neben einer knienden Figur, hier mit dem 
Zllsatze: rne fecit. Die Thiire von Ravello hat 54, die beiden andern ent- 
halten nur 28 Felder. 
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