Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-974334
Gothische Grabmoxxumexlte. 
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Vergoldung und farbiger Bemalung reicher ausgestattet. Aber 
das ganze Gerüst der toscanischen Anordnung ist beibehalten und 
liegt zum Grunde. Auch erklärt sich diese Uebereixistimmimg 
sehr leicht, da, wie wir jetzt aus den Urkunden erfahren, die frü- 
hesten und prachtvollsten dieser Denkmäler von toscanischen 
Meistern gefertigt sind. Das der Königin Maria  1323) in der 
Kirche S. Maria Donua Regina wurde von dem schon früher er- 
wähnten Meister Dinus oder Tinus von Siena , in Gemeinschaft 
mit einem N eapolitaner, Meister Gallardus, und das überaus pracht- 
volle des edeln Königs Robert (1- 1343) in S. Chiara von zwei 
uns sonst unbekannten florentiner Meistern, Sancius und Johan- 
nesß) errichtet. Schon jenes hat im VVeseutlichen die beschrie- 
bene Anordnung, aber doch auch Anklänge an den Styl der Cos- 
maten, was mit dem urkundlich bekannten Umstande zusammen- 
hängen mag, dass Gallardus nach Rom geschickt wurde, um 
Marmor zu kaufen im). Doch ist auch das Monument der in dem- 
selben Jahre verstorbenen Catharina, Gemahlin des Herzogs von 
Calabrien, in S. Lorenzo maggiore noch mit solchen römischen 
Elementen gemischt; das toscanische Vorbild war für den hiesigen 
Geschmack zu einfach und man schwankte noch, wie man es 
prachtvoller machen könne. Aber bald fand man das passende 
System, welches an dem Grabmal des Herzogs Carl von Cala- 
brien (1-  schon völlig ausgebildet, und an dem König 
Robert's, beide in S. Chiara, nur mit ungewöhnlichem Statuen- 
schmuck wiederholt ist. Der König ist nämlich über dem Sarko- 
phage, auf welchem seine liegende Gestalt die Kutte der Francis- 
caner trägt, noch einmal und zwar in Lebensgrösse sitzend und 
m) Schulz hat geschwankt, ob der in der Urkunde undeutlich ge- 
schriebene Namen Sancius oder Pancius zu lesen sei und in seinem Texte 
(III. 72] die letzte Lesart angenommen. Dr. Strehlke (IV. S. 172) erklärt 
sich dagegen wohl mit Recht für den Namen Sancius als den gewöhn- 
licheren. Die Arbeit des Denkmals wurde, wie die Urkunde ergieht, gleich 
nach dem Tode des Königs in Angriff genommen.  
34') A. a. O. III. 57. Abbildung des Monuments bei Cicognara tab. 40. 
Vielleicht spricht Petrarca in seiner Ermahnung an Cola di Rienzi von 
diesem Falle, da er ausdrücklich beklagt, dass zu seiner Zeit Säulen 
aus römischen Monumenten nach Neapel verkauft seien. 
am") Auch dieses bei Cicognara, tab. 40.
        

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