Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-974319
Decorative 
Werke. 
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Einfluss des pisailischen Styls verrathen. An der von Ravello 
nennt sich der „Magister marmorariusß Nicolaus, Sohn eines 
Bartholomäus von Foggiait), als Urheber, die von Sessa wird 
ihren Schmuck von einem der beiden Bildhauer erhalten haben, 
die unter demselben Bischofe die nicht minder schönen Chor- 
Schranken und den kräftig gebildeten Osterletichter arbeiteten, 
'l'addeus und Peregrinns. 
Endlich besitzen wir dann noch mehrere Kanzeln des XIV. 
Jahrhunderts, zwei im Dome zu Benevent, von denen die eine 
das Werk eines Meisters Nicolaus von Monteforte vom Jahre 
1311, die andere zwar nicht datirt, aber bei ihrer grossen Aehn- 
lichkeit für gleichzeitig zu halten istid-i), und eine in S. Chiara 
von Neapel, die schwerlich vor 1330 entstanden sein wird 3954i). 
Die Motive sind im Wesentlichen dieselben, doch schon an den 
Kanzeln von Benevent durch einen wenn auch noch schwachen Ein- 
llnss des gothi sehen Styles modilicirt. Der mnsivische Schmuck 
ist sparsamer angebracht, der plastische vorherrschend, die Brü- 
stung tiicht mehr wie früher flach gehalten, sondern durch Vor- 
spriinge, auf denen Statuen unter gothischen Baldachincn stehen, 
regelmässig und den Säulen entsprechend gegliedert, und endlich 
ist an den Statuen der Einfluss der pisancr Schule hier unver- 
kennbar. Noch mehr entfernt sich die Kanzel von S. Chiara 
von der älteren Tradition, indem sie fast nur mit plastischem 
Schmuck ohne farbige Znthat ausgestattet ist, und in ihrer Ein- 
fachheit hier fast fremdartig erscheint. 
In der That gewann um diese Zeit, bald nach 1320, der 
gothische Styl, der in der Architektur an der allgemeinen Gleich- 
giiltigkeit so völlig abgeglitten war, in der decorativen Kunst ei- 
nen bleibenden Einfluss, und zwar durch die Grabmonumente 
der Königlichen Familie. Bisher waren die Mitglieder derselben 
entweder in Frankreich oder wenn in Neapel sehr einfach be- 
stattet Wortlen-f); erst um diese Zeit begann man ihnen in den 
s] Vgl. Schulz I 208. 
H] Die eine ist auf Taf. S1 in grüsserem, die andere II. S. 234 in 
kleinerem Maasstabe in Holzschnitt gegeben. 
rare) A a. o. m. es. 
T] Gar! II. U" 1309) war in Frankreich begraben, Carl I.  1285] 
zwar im Dome zu Neapel, aber entweder ohne Denkmal oder doch mit
        

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