Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-974283
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Süd-Italien. 
geschmückt und dabei durchweg bemalt  Sehr viel milder sind 
die beiden, nicht bloss in ihrer Anlage, sondern auch in Einzel- 
heiten verwandten, und vielleicht von derselben Künstlerbund her- 
rührenden Kanzeln in S. Clemente im Pescara und S. Pellino 
wahrscheinlich vom Ende des XII. Jahrhunderts M1). Jene F i- 
gurenfülle ist fortgefallen, das Ganze sehr klar geordnet, und die 
Ausführung des Blattwerks und der andern, meist nach antiken 
Motiven componirten Ornamente verständig und weich. Schon 
diese Kanzeln, noch mehr aber die Osterleuchter in S. Clemente 
und in der nicht weit entfernten Cistercienserkirche S. Maria 
diArbona, beide als schlanke Säulen gestaltet mit einem Internen- 
artigen Aufsatze auf ihrem Kapitäl, erinnern an ähnliche Werke 
in Rom. Noch stärker ist diese Verwandtschaft in Terra di Lavoro, 
besonders auch durch die starke Verwendung und die gleichen 
Muster des musivischen Sclimuckes. Man könnte glauben, dass 
römische Marmorarien, von denen wir ja einen schon am Anfange 
des XII. Jahrhunderts in Calabrien fanden für), sich über diese 
näheren Gegenden in grösserer Menge verbreitet hätten. Allein 
diese würden fern von Rom nicht unterlassen haben, sich als 
Römer zu bezeichnen und das kommt hier äusserst selten vor-f), 
vielmehr nennen die Künstler in den vorhandenen Inschriften ent- 
weder einen Ortsnamen aus diesen Provinzen oder gar keinen, 
wo man dann annehmen muss, dass sie dem Orte der Arbeit 
selbst angehören. Auch ist der Geschmack in diesen Werken, 
namentlich in der Terra di Lavoro, oft ein feinerer als in der 
römischen, so dass wir eher an eine zweite verwandte Schule als 
an Herleitung von der der Cosmaten zu denken haben. In der 'l'hat 
e) A. a. 0. 11., s. 17, Taf. 53. 
i") Bei der von S. Pellino nennt die Inschrift einen in der Zeit von 
1168 bis 120D lebenden Bischof. A. a. O. S. 31 und 58, Taf. 57. Ver- 
wandt ist das Pulpitum von S. Angele zu Pianella, II. 22. 
am s. oben s. 94. 
1') In den Abruzzen zwei Mal; an der Kanzel in Alba fucese vom An- 
fange des XIII. ein Johannes und Andreas, an der Facade in Terano, doch 
erst 1332, ein magister Deodatus "de urbe". In der Terra di Lavoro nur 
ein Mal an der Kanzel von Fondi um 1180 in der in mehr als einer Be- 
ziehung interessanten Inschrift: Tabula marmoreis vitreis distincta lapillis 
 Doctoris studio sic est erecta Johannis  Romano genito cognomine 
Nicolao.
        

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