Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-974153
Amalfi 
und 
Ravello. 
569 
nieht einfach, sondern zweimal durchschneiden. Der Porticus 
vor der Kathedrale und der Kreuzgang des ehemaligen Kapuziner- 
klostersß) sind die bedeutendsten Beispiele dieser malerischen 
Anlage, die übrigens oft vorkommt und eine Zeit lang sich hier 
erhalten zu haben scheint. Vor Allem ist dann aber das Städt- 
chen Ravello zu nennen, das, obgleich auf schwer zugäng- 
licher Höhe gelegen, dennoch an der l-landelsblüthe von Amalti 
erheblichen Antheil zu nehmen und einen Reichthum zu erwerben 
gewusst hatte, von dem die Pracht der Kirchen mit ihren Kan- 
zeln und sonstigen Werken in Marmor und Erz Zeugniss ablegt. 
Die meisten dieser Kirchen sind basilikenartig, doch hat die 
kleine Kirche S. Maria de Gradillo eine cylindrische, mit steilen 
sich durchkreuzenden Spitzbögen geschmückte Kuppel, welche 
im Kleinen an die von Caserta erinnert  Am Wichtigsten für 
unsern Zweck ist aber der noch jetzt ungeachtet neuerer Einbau- 
ten prachtvolle Palast der Familie Ruffolokw). Es ist eine 
grandiose Anlage mit Thürmen, bedeckten Gängen, Höfen und 
zugleich in einer mährchenhaft phantastischen VVeise ausgestat- 
tet. Das Hauptmotiv der Decoration sind durchweg blinde Galle- 
rien mit sich schneidenden Bögen, aber in mannigfachen Varia- 
tionen und in einer Steigerung, welche jede Erinnerung an die 
Bedeutung und Tragekraft der Säulen aufgiebt, indem sie bald in 
gewöhnlicher schlanker Form, bald zwergartig gedrückt, steile 
stark überhöhte, gezackte oder sich mehrfach schneidende oder 
auch wie reiche Bänder sich wunderlich ineinander schlingende 
Bögen tragen, welche hoch oben ein Netz von Bogenlinien, Krei- 
sen, Ovalen, sogar herzförmigen Figuren bilden. Natürlich kön- 
nen sie in dieser VVeise nicht tragen; wenn daher die Sänlenreihe 
nicht als Blende an den innern oder äussern Wänden haftet, son- 
dern wie es in dem zweiten Stockwerke eines Ilofes in diesem 
Palaste vorkommt, einen offenen Umgang bilden soll, stehen nur 
die Anfänge der Bögen frei, während demnächst die Wand da- 
 Ansichten am angef. Orte S. 250 n. 257. 
Mittheilungen V. 226. 
 A. a. o. n: 274 und Taf. 83, Fig. 1, 2. 
m) A. a. o. n. 277, Tf. 83, 86 und 87. 
Vgl. 
auch Lübke in den
        

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