Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-974130
Maurisch-sicilische 
Anklänge. 
567 
Basilika. Am Kreuzschiffe kommen schmale Fenster oben mit 
einer hufeisenartigen Erweiterung, und am Giebel der übrigens 
einfachen Fagade so wie an dem Glockenthurme Arcaden mit 
sich durchschneidenden Bögen vor. Diseer Glockenthurm ist 
überdies in sicilischer Weise der Faeade angebaut und hat auf 
seinem quadraten Unterbau einen achteckigen Aufsatz mit vier 
runden, die Ecken des Quadrates füllenden Thürmchen, also ein 
nordisches, französisches oder deutsches Motiv, das aber auch 
schon in Sicilien mehrfach angewendet, z. B. an dem Glocken- 
thurm der Martoranase), und daher muthmasslich von dorther 
herübergenommen war. Vor Allem aber ist die Kuppel merk- 
würdig, die sich auf der Vierung achteckig und ziemlich hoch 
erhebt. Im Innern derselben fällt nur die Wölbung auf, welche 
durch eine Fülle von eng aneinander gerückten , aber durch kein 
Gesims begränzten ungleichen Rippenwk) eine muschelartige Ge- 
stalt erhält. Vorzüglich aber ist das Aeussere phantastisch reich 
mit farbigen, durch verschiedene Steine und Ziegel gebildeten 
Verzierungen bedeckt, unter denen zwei über einander umher- 
laufende Arcaden mit sich durchschneidenden bunten, etwas über- 
höhten Rundbögen das Hauptmotiv bilden, dem sich dann bunt 
ausgelegte Friese, Rosetten und schachbrettartige Muster an- 
schliessen. Das Ganze ist offenbar eine gesteigerte Nachahmung 
der Decoration mancher palermitanischen Bauten aus der zweiten 
Hälfte des XII. Jahrhunderts, namentlich der Apsis der Kathe- 
drale. Der Glockenthurm ist laut Inschrift 1236 erbaut, und die 
Erneuerung des Altars im Jahre 1289 erfolgt. Wahrscheinlich 
fillt daher die Errichtung des Querschitfes, die Verschönerung 
der Faoade und endlich die Kuppel in die Zwischenzeit, die letzte 
muthmasslich an das Ende derselben. Eine im Innern und Aeus- 
sern ganz ähnliche Kuppel hat die Abteikirche S. Pietro am Fusse 
des Berges unterhalb Caserta. 
Ein anderer Bau dieses Styls ist der Glockenthurm der Ka- 
thedrale von Gaöta. Sehr schön in mehreren durch Gesimse 
und Fenster belebten Geschossen aufsteigend, hat er schon in 
ZU 
Ü Gally Knight, Saracenic and norman remains in Sicily, tah. 22. 
a) Acht starke Eckrippen, zwischen denen je drei leichtere nach oben 
51011 verjüngende Rippen gelegt sind.
        

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