Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-974092
Süd-Italien. 
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und organischer Weise, so dass man Wohl an einen wenn auch 
nur bedingten: fremden Einfluss, etwa der deutschen romanischen 
Schule denken könnte. 
In keiner der übrigen Provinzen des neapolitanischen Fest- 
laudes hat die Architektur auch nur in dem Grade wie in den 
bisher erwähnten ein charakteristisches Gepräge; wohl aber findet 
man in allen unter der vorherrschenden Zahl einfacher Basiliken 
mehr oder Weniger abweichende Kirchenformen, welche bald ganz 
vereinzelt, bald eine sporadisch zerstreute Gruppe bildeud, stets 
einen fremden Einfluss verratheu. 
Wie schon bemerkt ist dabei der byzantinische Styl sehr 
schwach vertreten. Nur bei der kleinen Kirche la Cattolica zu 
Stile?) an der Ostkiiste der calabrischen Halbinsel, scheint er 
unzweifelhaft. Sie besteht nämlich aus einem quadratischen, durch 
vier Säulen in drei Schiffe oder neun kleinere Quadrate getheilten 
Raume, an den sich iu Osten drei kleinere, nach aussen frei her- 
austretende Apsiden anschliessen, und trägt über der Vierung 
und den vier Eckquadraten fünf Kuppeln, von denen die mittlere 
die andern überragt und deren cylindrischer Tambour im Aeussern 
durch übereckgestellte quadratische Ziegel und dicke Mörtellagen 
rauteuförmig ausgelegt ist. Die vier andern Quadrate sind durch 
Tounengewölbe gedeckt und die Kapitale der Säulen haben eine 
dem byzantinischen Würfel sich annähernde Gestalt. 
Eiuigermasseu ähnlich, aber doch verschieden und schwer- 
lich auf unmittelbarer byzantiuischer Tradition beruhend ist eine 
Gruppe von drei, aber zum Theil weit auseinauderliegenden Kir- 
chen. Sie haben den Grundriss eines länglichen Reehteckes, das 
durch zwei Reihen von je vier Pfeilern oder Säulen in drei Schiffe 
und fünf Joche getheilt ist, von denen immer das mittlere höher 
und mit einem spitzen 'l'onnengewölbe bedeckt ist, so dass ein 
Kreuz entsteht, auf dessen Vieruug sich eine ovale oder kreisför- 
mige Kuppel erhebt. Die Seitenschitie sind mit Kreuzgewölben 
versehen und au der Ostseite des Mittelschitfes schliesst sich eine 
Apsis an. (Vergl. d. Grundriss auf der folg. Seite.) 
Zwei dieser Kirchen S. Giuseppe zu Gaeta und S. Costanza 
Taf. 
und 
88 
356. 
363
        

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