Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-974083
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S. Giovanmni 
in 
Venere. 
Auch die benachbarte, auf dem Boden eines an der Küste 
gelegenen Venustempels erbaute Abteikirche S. Giovanni in 
Ven e re, ihrer Anlage nach eine noch einfachere Pfeiler-Basilika 
mit drei Apsiden, hat ein ähnliches reiches Portal mit einem Huf- 
eisenbogen. Der Neubau wurde laut erhaltener Inschrift im Jahre 
1165 von dem im Jahre 1'204 verstorbenen Abte angefangen, aber 
erst später vollendet, und namentlich scheint das Portal zu diesen 
späteren Theilen zu gehörenk). Es ist regelmässiger und weniger 
phantastisch, wie das von S. Clemente; die geringe Vertiefung 
wird durch je zwei glatte Pilaster mit schönen Blattkapitälen be- 
wirkt und der Architrav sowie das Tympanon, dieses mit den 
sehr starren Gestalten eines segnenden Christus zwischen zwei 
Heiligen, sind der Hufeisenform wohl angepasst. Neben den Sei- 
tengewändeil sind aber noch ausser einer schlanken Säule breite 
Streifen mit symmetrisch geordneten, sehr viel besser ausgeführ- 
ten Reliefs angebracht. 
Sehr verschiedenen Charakters ist die jetzt vereinsamte ehe- 
malige Kathedrale S. Pellino unfern Solmona, über deren Ent- 
stehungszeit bestimmte Nachrichten fehlen. Auch in ihr stossen 
drei Apsiden an das Querschiff, aber so, dass in Osten nur eine, 
aber sehr hohe und mit einer in dieser Gegend ungewöhnlichen 
Pracht geschmückte, dagegen in Süden und Norden ebenfalls je 
eine, jedoch kleine und niedrige Concha angebracht ist im). Auf 
einem halbkreisförmigen Sockel steigt nämlich jene östliche Apsis 
polygonisch gestaltet in drei durch Gesimse getrennten Geschossen 
hoch über die Mauern des Querhauses hinaus. Das unterste Ge- 
schoss ist schmucklos, das zweite aber mit zwei übereinander- 
stehenden Reihen von Zwergsäuleir, die eine durch ein reiches, 
horizontales Band, die andere durch Rundbögen verbunden, das 
dritte endlich durch einen auf Consolen ruhenden Bogenfries ver- 
ziert. Die übrigen Wände sind nur mit Wandlisenen und dem 
sie verbindenden Bogenfriese ausgestattet, aber in sehr milder 
a] A. a. O. II. 45, 
Portals Taf. 59. 
u] Grundriss Taf. 52, 
Taf. ÜÜ, Text II. ÖÖ Ü 
Grundrisse 
Taf. 
10 
und 
Ansicht 
des 
Details Taf. 
Oestliche Ansicht
        

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