Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-974055
Dom 
Zll 
Troja. 
559 
geschosses mit Rosetten der beschriebenen Art, sondern auch die 
Fensterrose nebst der Anordnung des obern Stockwerkes von der 
Kathedrale zu Troja, wenn auch in vereinfachter Form, entlehnttiz]. 
Endlich kommen dann noch an der von Troja durch den Gebirgs- 
rücken getrennten Kathedrale von Benevent vereinzelte Ziige 
dieser toscanischen Decorationsweise vorittk]. 
Dass dieselbe hier und in den ebengenannten Kirchen nur 
von Troja aus Eingang gefunden hat, kann keinem Zweifel un- 
terliegen, und da man weiss, dass die Pisaner, die damals auf der 
Höhe ihrer mercantilischen Thiitigkeit standen, in dieser Gegend 
mehrere Niederlassungen hatten, unter Anderem in Trani, dann 
aber auch in dem nur wenige Meilen von Troja entfernten Städt- 
chen Bovino wer), wird man hierin die Erklärung dieses toscanischen 
Einflusses suchen müssen. Allein schon der Umstand, dass Trani, 
obgleich der Wohnsitz von Pisanern, künstlerisch von ihrem 
Einflusse unberührt blieb, zeigt, dass ihnen in der Capitanata 
eine grössere Empfänglichkeit für fremde Formen entgegenkam. 
Dies bewährt sich denn auch in anderer WVeise an einem 
kleinen sehr eigenthümlichen Gebäude, dem in dem obenerwähn- 
ten Städtchen Monte S. An gelo der Kirche S. Pietro angebau- 
ten ehemaligen Baptisterium Jg). Es besteht nämlich aus ei- 
nem im Innern quadratischen Raume, der aber vermöge der in der 
gewaltigen Mauerdicke angebrachten Vorhalle und Chornische 
im Aeussern oblong erscheint und mit einer hohen konischen 
Kuppel gedeckt ist. Die strengen schweren Spitzbögen, welche 
diese Kuppel tragen und Wandnischen bilden, die plumpe rund- 
bogige Zwerggallerie an der Kuppel, die Form der Basen und 
die phantastischen Sculpturen der Kapitäle beweisen unverkenn- 
bar einen Einfluss des nordischen Uebergangsstyles, der also 
hier unmittelbar neben dem toscanischen steht, sich aber nicht 
weiter verbreitet hat.  
Ein ganz anderes Bild giebt das an diese Gegend anstossende 
1') Taf. 38, T701. I. 252. 
H) Taf. 79 
"Ü v. Quast bei Schulz, I. 201. 
1') Es dient als Begräbnissstätte, führt 
Battista. A. a. O. I. 253 und Taf. 42. 
aber 
noch 
den 
Namen 
Gio.
        

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