Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-973993
Fagsaden 
und 
Portale. 
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gedeckt, wie dies auch sonst in hiesiger Gegend vorkommttit). 
Die Durchführung von Kreuzgewölben Endet sich nur in der zu- 
folge ihrer Inschrift erst imJahre 1355 angefangenen Kathedrale 
von Bitetto. Auch sie ist noch keinesweges gothisch, die Pfeiler, 
mit vier Halbsäulen umstellt, sind nur theilweise durch Spitzbö- 
gen, theiltveise aber durch Rundbögen verbunden, und in der De- 
coration herrscht überall das Romanische vor. 
Die Facaden sind in dieser Bauschule von grosser Einfach- 
heit und Schönheit, und ganz nach italienischer VVeise als Front- 
mauer behandelt, welche im Wesentlichen den Durchschnitt des 
Innern repräsentiren soll. Sie haben keine horizontale 'l'heilung, 
wohl aber meistens die vertieale durch zwei den Giebel des Mit- 
telsehiffes tragende, übrigens wenig ausladende und unverzierte 
Lisenen. Nur an den zwei benachbarten Kathedralen von Trani 
und Ruvo fehlen diese, so dass das Ganze eine völlig ungeglie- 
derte lNäclle bildet. Die Dachschrägen, welche stets die verschie- 
dene Höhe der Schiffe andeuten, sind fast; ohne Ausnahme mit 
Rundbogenfriesen versehen; so selbst noch an dem oben erwähn- 
ten, nach der Mitte des XIV. Jahrhunderts entstandenen Dome 
von Bitetto. Diese Einfachheit der Anordnung trägt dazu bei, den 
plastischen Schmuck der Portale und Fenster recht bemerkbar zu 
machen, der besonders an den Portalen sehr reizend und eigen- 
thümlich ist. Sie sind nämlich zunächst ohne alle Vertiefung, nur 
dass häufig als äusserster Abschluss je eine Säule vorspringt, 
welche entweder auf dem Rücken eines am Boden liegenden Lö- 
wen oder auf einer ein paar Fuss oberhalb des Bodens vorkragen- 
den Console (so in den beiden grossen Kirchen von Bari und im 
Dome von Bitonto) ruht, und oben auf dem Architrav ihres Ka- 
pitäls Wieder einen Greifen oder ein anderes phantastisches Thier 
zu tragen pflegt. Dagegen ist an den Thürgesvänden selbst der 
Gedanke des Architravs, als einer Grenze zwischen den Stützen 
und dem Bogen, völlig aufgegeben. Sie bestehen durchweg aus 
 In der Kirche S. M. della Golonna zu Trani und auf den Emporen 
der Kathedrale von Altamura. Diese Anwendung halber Tonnengewölbe 
aus dem südlichen Frankreich herzuleiten, wo sie allerdings sehr häufig ist, 
fehlt es an genügenden Gründen, da antike und byzantinische Tradition 
direct darauf hinführen konnten.
        

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