Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-973980
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Terra 
di 
Bari. 
lichen T heilen ganz die Anlage, wie die beiden Kirchen zu Bari 
und die Kathedrale von Bitonto und zwar, da die beiden 'l'hürme 
vollendet sind, eben so vollständig, wenn auch nicht so reich, wie 
am Dome von Bari. Dagegen ist das Langhaus ganz abweichend, 
indem es ausser der Kuppel vor dem Hochaltare noch mit zwei, 
die ganze Länge also mit drei Kuppeln bedeckt ist, welche auf 
jeder Seite von zwei starken, mit je vier Säulen umstellten Pfei- 
lern getragen werden. Die Kapitäle dieser Säulen sind mit man- 
nigfachem scharfem antikischem Blattwerk sehr schön verziert, 
die attischen Basen aber in gedrückter Form, wie im nordischen 
Uebergangsstyl gebildet, auch ruht nur die Kuppel der Vierung 
in byzantinischer Weise auf Kegelschnitten, während bei den 
beiden andern, von denen die mittlere stark überhöht ist, die Ueber- 
leitung aus dem Viereck in den Kreis nach lombardischer Weise 
durch in die Ecken gesprengte Bögen bewirkt ist. Endlich be- 
steht die Ausschmückung des untern Theiles der Ostfacade nicht 
wie bei den bisher beschriebenen Kirchen in einer Wiederholung 
einfacher Rundbögen, sondern nach sicilisch-normannischem Ge- 
brauche in sich durchkreuzenden Bögen. Der byzantinische Ge- 
danke einer Kuppelreihe hat also seine Ausführung ganz mit nor- 
dischen Mitteln erhalteileh). Ausser dieser grössern finden sich 
dann noch zwei kleinere ähnliche Kuppelanlagen, S. Maria de' 
Martiri unfern Molfetta und S. Maria immaculata zu  
beide mit drei Kuppeln, von denen jedoch bei der erstgenannten 
Kirche die dritte erst im XIV. Jahrhunderte hinzugekommen ist. 
Beide Kirchen sind ilreischiffig und in ganz romanischen Formen, 
an derletztgenannten die SeitenschiHe mit halben Tonnengewölben 
i] Der Herausgeber des Schulfschen Werkes, F. v. Quast, ist geneigt 
(S. 70], bei dieser und den andern sogleich zu erwähnenden Kuppelkirchexi 
dieser Gegend einen durch die Kreuzfahrer vermittelten Einfluss der eben- 
falls mit Kuppeln gedeckten aquitanischen Kirchen (s. oben Bd. IV. Abth. 2, 
S. 305 ff.) anzunehmen. Allein abgesehen davon, dass diese französischen 
Kirchen sämmtlich einschiffig. die hiesigen aber dreischiüig, dass sie durch 
grosse nach Art der venetianischen Marcuskirche gebildete Gurtbögen ge- 
trennt und gestützt sind, die hier fehlen, dass daher hier auch eine andere 
Pfeilerbildung eintritt, ist selbst die Bildung der Kuppeln in Aquitanien 
meistens die byzantinische, hier vorherrschend die lombardische, wie sie in 
Parma, Piaeenza u. s. W. vorkommt. 
i") Grundriss tab. XXXI. Fig. 3.
        

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