Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-973950
S. Sabino 
ZU 
Canosa. 
549 
keine Kuppel und dagegen auf dem westlichen Langhause deren 
zwei hat. Auch die Stützen zwischen den SchilTen sind in ähn- 
licher Zahl wie dort, nur einfacher, aus enggestellten Pfeilern be- 
stehend, und so, dass die Gurtbögen der Kuppeln durch pracht- 
volle, in die Ecken ihrer Quadrate gestellte antike Säulenstämme 
von Verde antico oder Granit mit korinthiseheil Kapitälen ge- 
tragen werden. 
Auch die an die Südseite des Querschilfes schon im Jahre 
1111 angebaute Grabkapelle des berühmten normannischen Hel- 
den Boemund, deren Erzthür noch später zu erwähnen sein wird, 
ist mit einer Kuppel gedeckt de). Dagegen trug im Uebrigen das 
System der beiden grossen Kirchen von Bari so sehr den Sieg 
davon, dass die meisten Kirchen der Provinz sich ihm anschlies- 
sen, wenn auch alle mit gewisssen Beschränkungen und Abwei- 
chungen. Die älteste von ihnen wird die Kathedrale von Trani 
sein, deren jetzige Anlage wahrscheinlich aus der Zeit bald nach 
1094 stammt, wo sie durch die Reliquien eines neuen dort ver- 
storbenen Heiligen in Aufnahme karnwe). Obgleich sie nun für 
die Zwecke dieses Grabcultus eine gewaltige Krypta erhielt, die 
sich unter der ganzen Kirche hin erstreckt, befolgt das darüber 
angelegte Langhaus in allen Theilen die Anordnung des Domes 
von Bari; selbst die Zwerggallerie des Aeussern, die jetzt fehlt, 
war beabsichtigt, da der für ihre Anlage bestimmte Gang da ist. 
Abweichend ist nur, dass zur bessern Begründung der Empore 
die untern Stützen aus gekuppelten Säulen bestehen, ähnlich wie 
in S. Niccolö zu Bari, dass dann ferner die Kuppel über der 
Vierung fehlt und dass endlich die Ostseite ohne Thürme und 
ohne eine Ostfaeade im Sinne jener andern Kirchen mit drei ein- 
fach gehaltenen Conchen schliesst. Dafür ist an der südlichen 
V] Das Werk von Schulz giebt bloss den kleinen Grundriss von S. Sabino 
(Tab. V. Fig. 2), den ich von daher entlehne und Tab. IX. Fig. 3 die An- 
sicht der Boemundkapelle und des daran stossenden Porticus. Grössere 
Ansichten und einen genaueren Grundriss enthält das angeführte Werk des 
Duo de Luynes pl. 111., andere Abbildungen das Reisewerk von St. Non, 
toxn. III., pl. 14 b. 
"Ü Schulz I. p. 104 ff., Fagade, Durchschnitt und Grundriss, Details 
des Portals Tab. XVIL, XIX. Seitenansicht u. a. Details als Holzschnitte 
im Text.
        

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