Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-973875
Terra 
di 
Bari. 
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heimische Schule zu gründen oder auf die hergebrachte Technik 
einen erheblichen Einüuss zu gewinnen. Ihr Styl blieb immer 
ein Fremdling im Lande und ihre Gebäude bilden eine gesonderte 
Gruppe, die sich nicht mit den andern mischt. Aber ebenso erging 
es den einheimischen Meistern; ihre Erfindungen fanden wohl 
einzelne Nachahmer, so dass sich danach eine bald nahe, in be- 
stimmter Gegend concentrirte, bald sehr zerstreute Gruppe ver- 
wandter Gebäude bildete. Allein eine bleibende, fortschreitende 
Schule, eine eigenthümliche Richtung, welche auf das Kunslleben 
von Oberitalien oder gar auf das gesammte Abendland eine Ein- 
Wirkung haben konnte, entstand dadurch nicht. Die Kunst dieses 
Landes liegt ausserhalb der grossen geschichtlichen Strömung, sie 
hat sogar in sich keinen festen organischen Zusammenhang, son- 
dern besteht aus einzelnen Gruppen, die höchstens lose verbunden 
sind. Indessen befinden sich unter diesen einzelne sehr anziehende 
und lehrreiche. 
Betrachten wir auch hier zunächst die Architektur, so 
finden wir die interessanteste solcher Gruppen im Osten des Lan- 
des, in der zwischen dem Gebirge und dem adriatischen Meere 
liegenden fruchtbaren Ebene, welche nach ihrem Hauptorte, der 
reichen Handelsstatlt Bari, benannt wird. Die Schicksale dieser 
T e r r a d i B a ri im früheren Mittelalter waren keineswegs günstig. 
1m gothischen Kriege von den Byzantinern besetzt, wurde Bari 
nun lange der Gegenstand und der Schauplatz beständiger Kriege 
zwischen diesen, den longobartlischeti Fürsten der Umgegend und 
sogar den Arabern, welche sich einmal etwa fünfzig Jahre lang 
im Besitze der Hauptstadt erhielten, dann aber den Byzantinern 
weichen mussten, die sich nun fast 200 Jahre behaupteten, bis 
es endlich im Jahre 1071 Robert Gniscard gelang, sie völlig zu 
verdrängen und die ganze Gegend bleibend mit seinem Reiche zu 
vereinigen.  
Diese Hergätige erklären zum Theil die Eigenthümlichkeiten 
der Bauwerke. Der Grundgedanke der Kirchen ist zwar trotz 
jener langen byzantinischen Herrschaft der der flachgedeckten 
italienischen Basilika; an das dreischiftige, auf Säulen und Halb- 
kreisbögen ruhende Langhaus schliesst Sich eill Ziemllßll tiefes,
        

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